Posts filed under 'usa'

Kurz zitiert: Kapitalismus ist Demokratie (Perry Farrell)

Add comment August 14th, 2007

Die Alternative-Rock-Ikone Perry Farrell (Psi Com, Jane’s Addiction, Porno for Pyros, Satellite Party) wurde von Jim DeRogatis gefragt, ob es nicht etwas undemokratisch sei, dass es auf dem Lollapalooza Festivals neben den normalen Stehplätze auch Luxuszelte für die Besserverdienenden gibt. Seine Antwort darauf:

Democracy is based on capitalism, and if you don’t have capitalism, you have communism. And capitalism is going to help the world beat these assholes, because you have the right to take the money out of your pocket and say, ‘I don’t agree with you, I don’t like foreign oil and I’m not going to use it.

Mariah ohne Mariah (Will Oldham, Mariah Carey)

Add comment August 11th, 2007

Will Oldham, auch bekannt als Palace Brothers, Palace Songs, Palace Music und Bonnie ‘Prince’ Billy, ist vermutlich eine der schillerndsten Persönlichkeiten der amerikanischen alt-country-Szene. Er bezieht sich immer wieder auf Country und Folk, verarbeitet diese Einflüsse jedoch auf seine ganz eigene Art, deren Grundlage die scheinbar einfache und ehrliche, aber dennoch unberechenbare Ästhetik des Do-It-Yourself liefert, die jedoch selbst vor dem Hintergrund der Popindustrie stattfindet und insofern eine Ehrlichkeit inszeniert, die immer schon Reaktion und Gegenentwurf ist. Mittlerweile hat er bereits zehn Alben aufgenommen, einer seiner Songs wurde von Johnny Cash gespielt, Björk zählt zu seinen Fans und vor kurzem ist Oldham sogar, man rätselt immer noch, wie es dazu kam, in dem Video zu “Can’t Tell Me Nothing” von Kanye West aufgetreten (für ein unterhaltsames Interview mit Oldham vgl. diesen Beitrag).

Jetzt hat er unter dem Namen Bonnie ‘Prince’ Billy an die Aufgabe gewagt, “Can’t Take That Away” von Mariah Carey in einer schlicht-elektronischen Karaokeversion zu covern (mp3 gibt’s hier, hier oder hier). Je öfter ich den Song anhöre, desto stärker habe ich das Gefühl, dass es absolut stimmig ist, was Oldham hier durchzieht. Mit dünner Stimme, Drumcomputerbeats, Pizzicatostreichern aus dem Synth gegen die Stimmgewalt und geballte Marketingmaschine einer Mariah Carey anzutreten (unterstützt durch Studioflügel und Symphonieorchester) - eine herrliche Idee. Aber zugleich erweist er Mariah Carey damit auch noch einen Dienst, indem er demonstriert, dass in der von ihr (mit-)geschriebenen Schnulze, wenn man sie bis auf die wesentlichen Bestandteile entkleidet, ein wunderbarer Song steckt. Und dass kann ihr tatsächlich niemand wegnehmen.

Rock ‘n’ Roll schadet ihrer Gesundheit (White Stripes)

Add comment August 10th, 2007

ws.pngAngela Sandweger unterhält sich für die FAZ mit den White Stripes. Allerdings erfährt man letztlich nicht viel neues über die Band - zum Beispiel, dass Jack (Meg kommt in dem Gespräch kaum zu Wort) die eigene Musik als Blues und nicht als Heavy Metal beschreiben würde, dass man auch im Süden Amerikas nicht jeden Tag mit einem geladenen Gewehr begrüßt wird oder dass die White Stripes nicht mit einem ausgearbeiteten Konzept an das Songwriting herangehen, sondern einfach so loslegen. Gefallen hat mir aber die Passage, in der Jack ein bisschen über die Detroiter-Rockszene ätzt:

Über die dortige Garagenrockszene, aus der wir hervorgegangen waren und mit der wir assoziiert wurden, waren wir hinausgewachsen. Wir waren an einem Punkt angelangt, wo es für uns einfach ungesund wurde. Rock-’n'-Roll-Musiker, vor allem aber erfolglose Musiker, sind keine wirklich großartige Unterstützung.

Ach ja: Vor ein paar Tagen ist Jack White zum zweiten Mal Vater geworden. Der amtliche Geburtsanzeiger weiß auch schon den Namen: Henry Lee. Gratulation.

Ach ja II: Wer 99$ ausgeben will, noch nicht weiß wofür und dann auch noch White Stripes-Fan ist, der kann sich ein Paar USB-Sticks kaufen, die nicht nur aussehen wie die Whites (siehe Abbildung), sondern auch noch das neue Album “Icky Thump” darauf gespeichert haben. (via)

Im Myriadenhafen (New Pornographers, Steve Malkmus)

Add comment August 10th, 2007

bleecker.pngDiese ganz simple, aber dennoch unglaublich wirkungsvolle Gitarrenmelodie in “Myriad Harbour” von den New Pornographers habe ich bereits erwähnt. Aber überhaupt wird dieser Song nicht nur bei jedem Hören noch ein Stück besser, sondern ist auch inhaltlich (den Text hat Dan Bejar verfasst) als Kommentar über die alt.folk-Szene New Yorks sehr interessant, die in den Zeilen “All the boys with their homemade microphones / have very interesting sound” lebendig wird. Wenn diese Zeilen nicht so verständlich wären, könnte man hier fast an Stephen Malkmus denken. Marc Hogan liest den Text und vor allem den Satz “All I ever wanted help with was you” als Antwort auf die Frage “Is there anything in particular I can help you with?” eines New Yorker Verkäufers als Kritik an der falschen und materialistischen Kundenorientierungsmentalität der Großstadt, die den Blick auf die Wahrheit verstellt, dass die Stadt aus Menschen besteht: “I said to John, do you think the girls here / Ever wonder how they got so pretty / Well, I do”. Man kann in dem Song aber auch ein gewisses Maß eines “Euro-Snobismus” finden, wie Kate meint, vor allem in den Zeilen: “I walked into the local record store / and asked for an American music anthology / It sounds fun.” Aber trotz ihrer Schwächen bleibt die (nordamerikanische Groß-)Stadt ein Gravitationszentrum, dem man sich kaum entziehen kann: “I took a plane, I took a train / Ah, who cares, you always end up in the city”. Alle Wege führen in die Urbs. Wer jetzt die Gitarre nehmen und sich einmal an dem Song probieren möchte, findet hier das dafür notwendigen Notenblatt hier. (Foto: “Bleecker Street”, Wikipedia)

Cellomaschine (Ulrich Maiss, Lou Reed)

Add comment August 6th, 2007

Ulrich Maiss (aka Cellectric), deutscher Cellist, wird am 24. November in Berlin das 64 Minuten dauernde Stück “CelloMachine” aufführen. Das Stück ist eine Variation über Lou Reeds Metal Machine Music, das seinerzeit (1975) den Beginn des Industrial markierte. Wie im Vorbild soll es auch in Maiss’ Version mit viel Tremolo und Feedback zur Sache gehen: “It is very loud. It is an extreme piece of performing art”. Auch Lou Reed hat gefallen an dem Projekt gefunden: “It’s like a rock approach to the cello - if you thought of the cello as a guitar with a feedback: off you go!”. Maiss’ Vorbereitungen für die Konzerte (ein bisschen ähnelt das Ganze dem Trainingsplan für einen Marathonlauf) dokumentiert er in seinem Podcast und außerdem per Video:

Einladung in die Höhle (The Cave Singers)

1 comment August 5th, 2007

cavesingers.png Wie cool ist das? Eine Band, die ein Blog als Homepage hat. Und dann nicht ein gewöhnliches Text-Video-Undsoweiterblog, sondern so ein richtig altmodisches Fotoblog, wie sie seit dem Aufkommen von Flickr zur Rarität geworden sind. Aber davon ganz abgesehen machen The Cave Singers aus Seattle richtig spannenden Postfolk (”They are 4 kinds of awesome” beschreibt Dawn das ganz richtig), bei dem die sich immer wieder wiederholenden Melodiefragmente nach einer Weile eine wunderbar einlullende Wirkung entfalten (”A song that requires only a few moments before sweeping you away“). Ein Soundtrack zum Cocooning. Die Assoziation drängt sich auch Chris auf, der vermutet, “that this song will end up on an indie film soundtrack at some point in 2008″. Die aktuelle Single “Seeds of Night” gibt es auf der Seite des Labels zum kostenlosen Download in voller Länge und Qualität oder für 3 US-Dollar als 7″, das Album “Invitation Songs” steht ab 25. September in den Plattenläden.

Verfall einer Band (Ambulance LTD)

1 comment August 4th, 2007

Irgenwie ist diese Band ziemlich an mir vorübergegangen, bis ich dann gestern bei Julie ein Video von Ambulance LTD gesehen habe. Die Geschichte der Band, wie sie auf Wikipedia erzählt wird, klingt traurig: Ursprünglich aus Spanish Harlem stammend, haben sie sich einen guten Ruf als Liveband erspielt, wurden dann 2003 von TVT unter Vertrag genommen, wo sie dann ihre erste EP “Ambulance LTD” aufnahmen. 2005 folgte die von den Kritikern einigermaßen wohlwollend aufgenommene LP namens “LP” (auf ihrer Homepage kann man in jedes Lied hineinhören) und dann 2006 noch einmal eine EP. Sehr schön beschreibt Enoch Pratt die Wirkung der Neo-Shogazer: “There are secrets here, but they’re mundane. It’s kind of like learning that your neighbor’s deep dark secret is that he likes to read.” Dann war Schluss. Der Grund? “legal battles, interpersonal dramas, and spiritual meltdowns”. Jetzt ist nur mehr der Sänger der Band übriggeblieben und arbeitet zusammen mit John Cale von Velvet Underground in Los Angeles an einem neuen Ambulance LTD-Album, das anscheinend fast fertig ist. Vor kurzem ist auf MySpace ein Ausschnitt aus der nächsten Platte aufgetaucht, der leider vor dem Chorus endet. Man hört aber immer hin ein nettes Gitarrenriff, dass ein bisschen an die Stone Roses erinnert. Mal sehen, immerhin hat Cale der “strength of the singer’s demos” wegen den Job übernommen. Hier noch ein bisschen Fanartwork zu den “alten” Ambulance LTD:

Dies ist kein Musikvideo (Devendra Banhart, The Stranglers, Jim Morrison)

5 comments August 4th, 2007

Ich hatte ja bereits von Devendra Banharts nächsten Album berichtet. In der Zwischenzeit ist seine neue Homepage fertig geworden, auf der man sich das Menu erst einmal freischaufeln muss - typisch Messie. Dort angekommen, kann man nicht nur zwei neue Tracks von “Smokey Rolls Down Thunder Canyon” ansehen (es handelt sich um das Tropicana-inspirierte “So Long Old Bean” und die schlichte dylanesque Folkballade “Seahorse” mit der Anfangszeile “I’m high, I’m happy and I’m free”, das sich nach zwei Minuten in “Golden Brown” von den Stranglers verwandelt und später noch in einem Doorslastigen Improvisationsteil mündet), sondern auch ein Video zu dem acht Minuten langen “Seahorse”. Die Anmerkung “This is not a music video” lässt sich auch als Warnung verstehen, denn was den Betrachter auf dem Video erwartet, ist einigermaßen merkwürdig (Messerwerfen, Löten, Herumalbern mit der Schrotflinte, Superstar in Unterhose spielen) und vor allem: sehr bartlastig (wie wär’s mit einem Devendra-Bart, Julie?) Erinnert etwas an Laurel Canyon, das Setting, ist aber sehr viel überzeugender. Auch der Rest der Blogosphäre zeigt sich begeistert über den “Weird shit, great song“, den diese “langhaarigen hippies” da geschaffen haben. Besonders groß ist die Begeisterung darüber, dass anscheinend auch der mexikanische Schauspieler Gael García Bernal mit von der Partie ist. So indie it hurts fasst auch meine Erwartungen an das Album gut zusammen: “These songs are so good by themselves and in crappy myspace compressed quality, I can’t imagine how phenomenal this record is going to be as a whole.”
Naja, seht selbst:

(via)

Das aktuelle POPLOG-Gespräch: Tickley Feather

Add comment August 3rd, 2007

Tickley Feather - Foto von Kimber VansantVorgestern hatte ich von Tickley Feather berichtet und musste feststellen, dass es über diese vielversprechende Künstlerin aus Philadelphia kaum Informationen im Netz gibt. Da liegt es doch nah, einfach einmal nachzufragen. Deshalb freue ich mich, euch hier die erste Episode des aktuellen POPLOG-Gesprächs präsentieren zu können. Ich habe davon abgesehen, das Interview zu übersetzen, da auf diese Weise doch zuviel verloren geht.

POPLOG: On the internet there’s almost no information about Tickley Feather. Could you tell us a bit about your life and your musical background?

Tickley Feather: I grew up in the woods down South and didn’t realize that you could make music without being a famous person. I only had access to top 40’s stuff or really really old stuff until I left for college. Then I was suprised to find out that there were “shows” to go to, where just any old pile up of bands could play. Trying to join up with other people’s projects kind of sucked me in for a while, but I never found exactly what I was looking for.
Somewhere in there, I took a friend’s advice and asked my mom to buy me a 4 track. And even though I’ve had it for a while, I didn’t really get hot and heavy for using it until I became a mother (4 years ago). I was pretty isolated during that time and became determined to soothe myself. I think thats when any fear of making horrible songs became less important, and I felt compelled to just go at it. So my barbaric solo style was born. A lot of my songs still end up having mistakes with the keyboarding, etc. I’m amazed that people can stomach it!

P: Is there a story behind the name “Tickley Feather”?

TF: Really, I wanted a name to put on a tape of my songs to send back home to my friends. I guess I wanted it to sound like a saucy hooker made the songs. I don’t know, it was just fun. I never really planned to take my music anywhere beyond that, but now that name is printed on my 2 little records. I’m still amazed.

P: How’s the music scene in Philadelphia at the moment?

I’m really lucky to be around some people who are making super special music. Amazing 4th dimension genius type stuff. This area is blossoming like an orchid right now.

P: I must confess: I don’t understand a word of what you’re singing (reminds me of the early Animal Collective). What are your lyrics about?

TF: I’ll just say this: sometimes the stars line up when I’m recording and a couple words that seem to go together will come out. But if that doesn’t happen, I fall back on the no holds barred rule. I’m a big fan of not making laws about what has to happen in a song. It sounds rough, I know.

P: Two EPs already. I feel there must be an album in the near distance, is that true?

TF: I am currently recording for a release on Paw Tracks.

P: Do you record your songs all by yourself? Could you elaborate a bit on the equipment you use?

My favorite object of music is my zoom effects box. Early on, my old boyfriend gave it to me to save me from singing into a metal salad bowl to make stuff sound better. It freed me.
I still use the cheap microphone my dad supplied me with and the same little Tascam my mom got me for most recording. I have 2 borrowed keyboards and one I own. I like to dabble with anything I can get my hands on. I have to be resourceful, due to not having any money.

P: Most blog entries about you assume your music has been recorded in the bedroom. What does that tell you about the blogger community?

TF: The term “bedroom” is an interesting modern way to put a certain type of music in its place, i guess. I think that says to me that the blogger community likes to use modern terms to describe things.
In my case, my livingroom is my bdroom???
And my recent recordings, for the record, have been done half in a leaky garage full of golf carts, and the other half in a tacky-looking farm house with a copperhead snake locked in the basement.

(Foto: Kimber Vansant)

Süß wie Kuchen (Tickley Feather, Animal Collective, Panda Bear)

1 comment August 1st, 2007

tickley.png Für Panda Bear hat sie bereits eine Show eröffnet und demnächst wird sie in den USA im Vorprogramm von Animal Collective auftreten. Und das passt sehr gut zusammen, nicht nur was ihre aus dem Video ersichtliche Neigung zu Schmierereien in rot angeht. Nein, auch musikalisch passen die Folkdekonstruktivisten sehr gut zu der fremden ätherischen (ich schreib jetzt extra nicht federleichten) Mischung aus Kinderliedern, trashigen DIY-Aufnahmeartefakten und akustischer Songwritertradition, die Tickley Feather (bürgerlich: Annie Sachs) geschaffen hat. Ein Album hat sie noch nicht veröffentlicht (aber zwei halbe EPs hier und hier). In die Musikstücke auf ihrer MySpace-Seite hineinzuhören lohnt sich aber auf jeden Fall. Sie wirken alle eher wie Skizzen oder Fragmente, meistens bestehen sie nur aus ein oder zwei musikalischen Themen, die dann über gut zwei Minuten wiederholt werden. Der Gesang lässt sich dabei, auch darin passt sie gut zu dem Kollektiv, schwer bis gar nicht verstehen; auch, weil häufig mehrere Spuren übereinandergelagert werden und ziemlich stark verhallt und durchs Echogerät gejagt werden. Die musikalische Blogosphäre zeigt sich jedenfalls beeindruckt von diesen “sort of meandering non-song things you’d expect a sexy one-woman Panda Bear opener to do” (Phillyfuture), den “echoed layers of dreamy lo-fi bedroom psych-rock” (Crackers United) oder den “lo-fi lullabies for ghost dollhouses using discarded pieces of skin, flesh and heart” (20JFG). “Cute as pie“, indeed. Merkwürdig, dass die Blogger in ihren Beschreibungen immer im Schlafzimmer landen.

[via GvB]

Jinglejangle-Herbst (Cass McCombs, Morissey)

Add comment July 31st, 2007

cass.pngDoowop-Croonerpop der allergänsehautigsten Sorte mit wunderbaren TingeltangelJinglejangle-Passagen, hippeligen Bassläufen und immer wieder subtilen oder nicht-so-subtilen Reminiszenzen an Morissey und James könnt ihr euch mit Cass McCombs neuem Track “That’s That” ins Wohnzimmer holen. Am 9. Oktober kommt dann das ganze Album “Dropping the Writ” und das wird wohl zur herbstlichen Pflichtausstattung gehören, oder (auch wenn man sowenig Platten kauft wie Freerk)? Und bis dahin klappt es vielleicht auch mit einer ordentlichen Webseite, Herr Combs.

Tracklist:

  1. Lionkiller
  2. Pregnant Pause
  3. That’s That
  4. Petrified Forest
  5. Morning Shadows
  6. Deseret
  7. Crick In My Neck
  8. Full Moon Or Infinity
  9. Windfall
  10. Wheel Of Fortune

Hilfe, die Hippies kommen (Devendra Banhart, Jim Morrison, Animal Collective, The Doors, The Strokes)

1 comment July 30th, 2007

banhart.jpgMit dem Animal Collective, die übrigens wieder neue Erdbeerschmierereien veröffentlicht haben, hat es die amerikanische Postfolk-Bewegung mittlerweile bis in die oberen Ränge der Kritikercharts geschafft. Etwas im Schatten dieser Band steht jedoch der erst 26jährige Songwriter und Dichter Devendra Banhart, der “Gandalf of the Nu Beardie movement“. Am 25. September erscheint unter dem ebenso bildmächtigen wie kuriosen Titel “Smokey Rolls Down Thunder Canyon” seine neue Platte. Aber er hat versprochen, bis zum Herbst jeden Freitag neue Tracks auf seine Homepage zu stellen, so dass man sich bereits jetzt einen Eindruck von seinem neuen musikalischen Arbeitsprogramm machen kann. Schon jetzt kann man die rockige Nummer “Tonada Yanomaminista” anhören, die nicht nur durch den spitzen Schlussschrei einige Anleihen bei Jim Morrison und den Doors macht. Außerdem die Tiefe-suggerierende Pianonummer “Rosa” (auch diese ist gar nicht so weit entfernt von den “People are strange”-Doors). Die Musikbloggerszene zeigt sich überzeugt von diesen Appetithäppchen: “Really, nicely played Devendra”, schreibt das prefixmax und wünscht sich, die Strokes hätten mit ihrem letzten Album eine ähnliche Entwicklungsfähigkeit demonstriert; So Indie it hurts ist der Meinung, “these new songs make my love him even more”; Yiyo (Deaf Indie Elephants) ist besonders angetan von dem Titel: “como me agrada ese título”; aber nicht nur in Caracas, sondern auch in Münster findet man das Material “ausgesprochen gut”; und Gorilla vs. Bear meditiert über die Frage, was daran denn Space Reggae sein soll.

Tracklist (von Stereogum):

  1. Cristobal
  2. So Long Old Bean
  3. Samba Vexillographica
  4. Seahorse
  5. Bad Girl
  6. Seaside
  7. Shabop Shalom
  8. Tonada Yanomaminista
  9. Rosa
  10. Saved
  11. Lover
  12. Carmencita
  13. The Other Woman
  14. Freely
  15. Remember
  16. My Dearest Friend

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