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Soziologische Grundbegriffe: Vertrauen (Andy Kaufman)

3 comments December 5th, 2007

In der soziologischen Theoriebildung ist Vertrauen schon seit langem ein Dauerbrenner (z.B. in der Variante von Vertrauen als sozialem und ökonomischem “Schmierstoff”). Aber auch die Popkultur hat sich diesem Thema immer wieder angenähert. Die definitive Erklärung des wichtigen Begriffs der Vertrauensinflation hat meines Wissens Andy Kaufman in seinem Stück “I trusted you” geliefert. Hier der Auftritt in der TV-Show “The Midnight Special“:

(via kottke.org)

Dave Gahans Kingdom in New York

1 comment October 24th, 2007

Am Dienstag hat David Gahan (Depeche Mode) im New Yorker Apple Store ein paar Lieder aus seiner neuen CD “Kingdom” präsentiert (hier gibt’s ein paar Fotos dazu). Die Setlist für den Abend sah so aus:

  1. Saw Something
  2. Kingdom
  3. Deeper And Deeper
  4. Use You
  5. Endless
  6. A Little Lie
  7. Miracles

Da das Ganze in einem Apfelladen stattgefunden hat, darf man wohl davon ausgehen, dass dieses Konzert früher oder später auch auf iTunes verfügbar sein wird. Damit kann sich Gahan aber Zeit lassen, denn zunächst will schließlich das am Montag veröffentlichte Album “Kingdom” sorgfältig durchgehört werden. Zum Beispiel der Titeltrack:

Der Mann, der zwei Musikgenres erfand (The 13th Floor Elevators, Roky Erickson, Primal Scream)

Add comment September 16th, 2007

hanf.pngGefragt danach, wo denn die psychedelische Rockmusik der 1960er und 1970er Jahre ihren Anfang genommen hat, würden wohl die meisten ohne mit der Wimper zu zucken antworten: San Francisco, Height/Ashbury. Tatsächlich waren es jedoch die 13th Floor Elevators aus dem texanischen Austin, die begonnen haben, Popmusik mit Drogenerfahrungen aller Art zu kreuzen und diesen Hybriden namens Psychedelic Rock heranzuzüchten, mit dem Bands wie die Grateful Dead, die Byrds oder Jefferson Airplane in den 1960ern auf diversen Hippiegatherings hausieren gingen. Die Elevators waren sogar die ersten, die ihre Musik als “psychedelisch” bezeichnet haben: Ihr erstes Album aus dem Jahr 1966 hieß “The Psychedelic Sounds Of The 13th Floor Elevators”.

Die Band schaffte es nur bis 1969, da ihre Bandleader, der geniale Roky Erickson, nach einer Verhaftung als psychisch krank (Diagnose: Schizophrenie) im Rusk State Mental Hospital wiederfand. Doch nach seiner Entlassung rappelte Roky sich wieder auf und erfand nebenbei mit dem Punk Rock ein neues Musikgenre. Über die Geschichte dieses Musikers hat Keven McAlester eine Dokumentation mit Titel “You’re Gonna Miss Me” gedreht. Hier der Trailer des Films sowie ein wundervoller Elevators-Song, der 1999 in der Cover-Version von Primal Scream eine Renaissance des Psychedelic Rock eingeleitet hat.


(Abbildung aus Wikipedia)

Reifeprüfung (Kanye West)

2 comments September 11th, 2007

west.pngHier nun der zweite Teil des Hiphop-Doppels, das an dieser Stelle begonnen hatte. Nach dem misslungenen Werk von 50 Cent geht es jetzt um Kanye Wests drittes Studioalbum “Graduation”, das, um es schon einmal vorweg zu sagen, rundum überzeugt. In diesem Album schafft es West, wirklich weirde Einflüsse zu einer ganz eigenen Art von Hiphop - “zwischen cool und progressiv” - zu formen, die vermutlich in den nächsten Jahren Schule machen wird. Die verarbeiteten Samples reichen dabei von Daft Punks “Harder, Better, Faster, Stronger” über “Long Red” von Mountain und “Kid Charlemagne” von Steely Dan bis hin zu “Sing Swan Song” aus dem Werk der deutschen Krautrocker Can. Diese Breite und Virtuosität zu überbieten, dürfte schwerfallen.

Der erste Song “Good Morning” ist mit seiner ultrapoppigen Melodieführung und Harmonik der perfekte Opener und legt den Grundstein für eine ganze musikalische Welt. Der Track wird dominiert von der schmachtenden, an die Beach Boys erinnernden Gesangslinie, die aus Elton Johns “Someone Saved My Life Tonight” entliehen wurde. Während sie bei Elton John ein kurzes Zwischenspiel darstellt, klingt sie bei West ambivalenter. Nicht mehr reine Essenz von Fröhlichkeit, sondern ein Ausflug in Dur-Harmoniken in einem ansonsten in Moll gehaltenen Track.

Der Text ist ein weiteres wundervolles Beispiel für die Selbstreflexivität von Kanye West. Diese Haltung ist eine der zentralen Ursachen dafür, dass zwischen ihm und 50 Cent Welten liegen. Viele mögen Wests Musterschüler- oder Strebereinstellung nicht. Immer wieder hat er zu öffentlichen Anlässen gezeigt, wie ehrgeizig er ist und wie schnell er frustriert ist, wenn er einmal nicht auf dem ersten Platz steht. Ich erinnere nur an die spektakuläre Aktion, mit der er auf der MTV Europe Music Awards-Feier gegen die Preisvergabe an Justice und Simian protestierte. Das Schöne an Wests Musik ist jedoch, dass er immer wieder offen und selbstkritisch, aber mit einem ausgeprägten Gespür für humoristische Distanz auf seine Fehler eingeht. Gerade in der Welt des Hiphop, die sich schon längst an die übertriebenen Aggrobiographien der Gangsta-Selbstdarsteller gewöhnt hat, überrascht diese ambivalente Haltung: “Kanye West is following his own awkward path to super-stardom; his “ego” may get the attention, but he’s laughing all the way to the bank” (popmatters).

Wenn Hiphop das CNN der Black Community ist, könnte man Kanye West als den Blogger der Black Community bezeichnen. Und weil’s so viel über Kanye West aussagt, hier noch einmal das alternative Video von Zach Galifianakis und Will Oldham zu “Can’t Tell Me Nothing”:

Sing mir von der Dialektik der Natur (The Mekons)

Add comment September 10th, 2007

mekons.pngDie Band The Mekons (Fansite) wird in der deutschsprachigen Blogosphäre bislang zu Unrecht ignoriert. Dabei ist nicht nur die geographische Vergangenheit der Band einigermaßen ungewöhnlich - begonnen haben sie als Punkband in Leeds, sind aber mittlerweile nahezu vollständig nach Chicago ausgewandert, sondern auch in ihren Texten zeigen sie eine beeindruckende Denkfreude und reflexive Distanz zu sich selbst und der eigene. Dies zeigt schon ihre erste Single “Never been in a Riot”, mit der sie sich über die naive Aggro-Haltung von The Clash (”White Riot“) lustig machten. Dies zeigt auch ihr aktuelles Album “Natural“, in dem sie auf musikalischem Weg die fundamentale Ambivalenz der Naturvorstellungen erforschen: auf der einen Seite das romantische Bild der Natur als Spiegel menschlicher Gefühlsregungen und als Ort der elementaren Geborgenheit und auf der anderen Seite die aufklärerisch-modernistische Idee der Natur als Gegner, Feind des Menschen, die es zu überwältigen, ordnen oder gar vernichten gilt (vgl. die Idee des “Gärtnerstaats” von Zygmunt Bauman): “the forces of nature recoiling at the sight of man’s folly and fighting back, then sifting through the wreckage of civilization” beschreibt Joshua Klein diese Haltung treffend. Zum Beispiel in dem Opener “Dark, Dark, Dark” (hier anzuhören):

The twisted trees sing
Dark, dark, dark
Broken branches hidden
Far down below

Die Reviewer, die den neuen “organischen” Sound der Mekons in den Vordergrund stellen, verpassen diese kunstvoll gesetzte Pointe, die sich aus dem Widerspruch zwischen den floralnaturistischen Hippiemelodien und der düster-pessimistischen Natur-Angst der Texte ergibt.

Now we sit and shiver
Watch the cold roll of the water
We wait for fire and in the night
The black mountain above the lake
The image is still…like a perfect mirror

So heißt es zum Beispiel in dem Song “Perfect Mirror”, einem Höhepunkt des Albums. Selten hat eine Popband derart eloquent die gesamte Dialektik der Natur als Ausgangspunkt genommen und nicht nur eine der beiden Seiten. Einen Track des Albums, “Dickie, Chalkie and Nobby” gibt es hier schon einmal zum Download als mp3. Dazu empfehle ich eine Fotografie von Myoung Ho Lee als visuelle Komponente.

Musik ist mittelmäßig

1 comment September 10th, 2007

Endlich konnte ein großer Sprachschwindel aufgedeckt werden. Das, was sich üblicherweise “Musikkritik” schimpft, ist in Wirklichkeit nicht viel mehr als Bandkritik, Konzertkritik oder Plattenkritik. Wie eine wirkliche Musikkritik aussieht, zeigt der Artikel “Pitchfork Gives Music 6.8″, der heute in The Onion veröffentlicht wurde (via). Musik als “a mode of creative expression consisting of sound and silence expressed through time” ist dem anonym bleibenden Rezensenten also trotz ihrer 7000jährigen Geschichte nur 6.8 von 10 Punkten wert? Da hat ja sogar Manu Chaos neuestes Werk “La Radiolina” mehr Punkte bekommen. Andererseits.

Mudrische Kommunikation und das Dilemma des Agenten (David Hasselhoff)

2 comments September 6th, 2007

Ihr habt das POPLOG-Wunschkonzert gewählt und mich dazu verdonnert, mich mit The Hoff auseinanderzusetzen. Ich will dabei gar kein Wort über Hasselhoffs Privatleben verlieren, über das sich die Blogosphäre immer wieder gerne unterhält. Auch seine Fernsehserien sind hier nicht Thema. Mir geht es im Folgenden allein um seine musikalischen künstlerischen Äußerungen.

Eigentlich ist es menschlich absolut zu verstehen. Fast jeder Junge (wie sieht’s in dieser Beziehung eigentlich mit den Mädchen aus?) hat eine Phase in seinem Leben, in der er davon träumt, als Geheimagent in einem Luxuswagen von einem exotischen Schauplatz zum nächsten zu eilen und eine Frau nach der anderen zu verführen. Der gute alte James Bond-Komplex. Irgendwann kommt dann aber der Moment, in dem einem klar wird, dass diese Berufsbeschreibung mit der Realität eines Verwaltungsangestellten im Nachrichtendienst nur wenig zu tun hat (vgl. den Bildband von Andreas Magdanz). Das falsche Bild ist eine Illusion, die von der Unterhaltungsindustrie zu Unterhaltungszwecken produziert wurde, was sonst. Wenn man nun aber selbst so sehr in die Unterhaltungsindustrie verstrickt ist, dass man gar keine Distanz mehr zu ihr besitzt, kann es dazu kommen, dass dieser helle Moment verpasst wird. Das zumindest waren meine ersten Gedanken, als ich mir gerade das Video zu David Hasselhoffs Comeback “Secret Agent Man” (2006) angesehen habe.

Schon die ersten Sekunden des Videos sind eine Aufzählung aller gängigen Klischees des Genres Agenten-Film: Fadenkreuze, psychedelische Farbenspiele, Licht/Schatten-Motive, Frauenumrisse mit Revolvern, Hasselhoff in Anzug, Durchladen einer Waffe, Flammen, nackte Frauenbeine, Fernglas, Gadgets (Uhr mit grünem Strahlenirgendwas), prüde angedeutete Sexualkontakte und die Fahrt auf einem Motorrad. Dazu eine Intromusik, die sich deutlich (oder schamlos) von dem James-Bond-Theme inspirieren ließ. Nach diesem spektakulären sinnfreien Symbolreigen fängt Hasselhoff vor blauschwarzem Hintergrund dann an zu singen: “There’s a man who leeeeeaves a life of tanger” (so klingt es zumindest). Nur eine Verbalisierung der einführenden Bildsymbolik? Oder lässt sich in dieser ausdrücklichen Ultramaskulinität ein Ansatzpunkt für die Kritik des offensichtlich maskulinen Bias des Genres finden? Ich lasse diese Frage einmal offen. Jedenfalls macht Hasselhoffs Artikulation deutlich, dass es hier nicht nur um die gewöhnliche Gefahr (”danger”) geht, der man sich mit jeder Straßenüberquerung aussetzt, sondern um eine existentielle GEFAHR in Großbuchstaben, die so hart ist, dass der stimmhafte alveolare Plosivlaut “d” nicht mehr ausreicht, sondern zum stimmlosen interdentalen “tanger” werden muss.

Der Text beginnt zwar in einer fast schon feierlichen Würdigung des Agentenlebens, nimmt aber schnell deutliche kulturkritische Töne an. Zunehmend wird die Vereinzelung des Agenten angesprochen (”to everyone he meets, he stays a stranger”), die ständig presente Todesnähe, im Chorus dann das in der literarischen Romantik äußerst beliebte Thema des Namensverlusts (vgl. zu diesem Thema auch: Christian Davidowski: “Die Musilsche Moderne als literarisches Feld. Ursprungssuche und Namensverlust im epischen Frühwerk”, in: Béhar, Pierre / Roth, Marie-Louise (Hgg.): Musil an der Schwelle zum 21. Jahrhundert. Internationales Kolloquium – Saarbrücken 2001, Frankfurt a.M.: Lang 2005, S. 139-152) sowie das direkt auf die Frankfurter Schule zurückzuführende Motiv der Reduktion auf eine Nummer (”they’ve given you a number and taken away your name”). Letztere Halbzeile wird dann sogar noch einmal gesprochen wiederholt, um die Wichtigkeit der Aussage zu unterstreichen.

Doch im Verhältnis von Text und Gestik liegt ein Bruch. Im Unterschied zu der modernistischen Evokation des kalten und in doppelter Weise menschenfeindlichen Agentenlebens beschwört Hasselhoff insbesondere mit seinen an fernöstliche Mudras gemahnenden Handbewegungen eine noch verborgene geistige Welt, die jenseits der notwendigen Oberflächlichkeit (vgl. hierzu auch den in seiner Bedeutung für das Thema immer noch unterschätzten und nur mehr antiquarisch zu beschaffenden Roman “Loyalties” von Raymond Williams) des Agenten liegt. Die fernöstlichen Mudras (dt. “Siegel”) dienen aber nicht nur den bereits aus der lateinischen Wortursprung von sigillum (dt. “Bildchen”) ableitbaren praktisch-kommunikativen Zwecken der symbolischen Darstellung von Geistesbewegungen (oder -nichtbewegungen), sondern drücken mit der Doppelbedeutung des “Siegels” zugleich das Abgeschlossen-und-nicht-mehr-einsehbar-Sein des yogisch-tantrischen Körpers aus und außerdem die gleichzeitig standfindende Kommunikation mit einem Höheren (auch unser Briefsiegel schließt ab und verbindet im gleichen Moment).

mudra1.pngDoch welche Mudra zeigt Hasselhoff hier mit seiner linken Hand? Interessanterweise ist es gerade die “Benennungsgeste” (karana), die von einer relativ horizontal gehaltenen Hand mit mehr oder weniger ausgestreckten Zeige- und kleinem Finger (den beiden “Yak-Hörner”) ausgeführt wird. Dieser ausgeklügelten Verschränkung von Bild- und Textebene muss an dieser Stelle Bewunderung ausgesprochen werden, insbesondere, da die nur mit einigem Geheimwissen zu entschlüsselnde mudrische Kommunikation den kryptographischen Kommunikationsbeziehungen des Agenten sehr ähnelt. Hasselhoff steht hier nicht nur als Agentenimpersonator vor uns, sondern gleichzeitig als dessen reflexive Instanz, die das grundlegende Dilemma des Agenten klar benennt und zumindest auf symbolischer Ebene mit einer alten tibetischen Mudra zu beheben versucht.

mudra2.pngIn einem nächsten Schritt verwandelt sich jedoch die Handhaltung und geht über in eine Geste, die nur oberflächlich der Victory-Geste ähnelt. Tatsächlich handelt es sich hier um die von Papst Innozenz III (1198-1216) vorgeschriebene christliche Geste der Segensgewährung, wie sie auch in zahlreichen Christusdarstellungen aus dem 12.-15. Jahrhundert zu entdecken ist (vgl. dazu auch die aufschlussreiche Handreichung “Die liturgische Körpersprache: Gebärden, Gesten und Bewegung”). Aus dieser Handhaltung spricht wieder ganz klar der reflexive Hasselhoff, der sich in eine Schutzmacht des Agenten verwandelt und versucht, ihm (also: sich selbst) in seiner existentiellen Lebensbedrohung Trost auszusprechen. Natürlich verweisen die drei ausgestreckten Finger auf nichts anderes als auf die Dreifaltigkeit. In diesem Kontext besonders spannend sind jedoch die beiden gebogenen Finger, die auf die menschliche und göttliche Natur Christi verweisen - auch hier also ein Bezug auf die für Mudras allgemein typische Dialektik von Abschließung und Öffnung. Dazu passt hervorragend der gesungene Text “a pretty face can hide an evil mii-hind”, der nicht nur auf die existentielle Kategorie des Bösen rekurriert, sondern auch die Problematik der wahren Erkenntnis kurz aber prägnant formuliert.

Es bleibt in der Familie (Van Halen, Police)

Add comment September 2nd, 2007

vanhalen.pngKaum ist man mal eine Weile weg, schon überschlagen sich die Ereignisse. Nachdem Police die sicher auch finanziell bemerkbaren Freuden des Reunion-Geschäftes genießen durften, haben sich nun auch die Jungsrocker Van Halen zu diesem Schritt entschieden. Doch es ist nicht so einfach, wie es scheint, denn an dieser Stelle muss die Frage kommen: welche Van Halen? Schließlich gab es die ein oder andere Band, die unter diesem Namen über die Bühnen gehüpft ist und deren zentralen Akteure nun so überhaupt nichts mehr miteinander zu tun haben wollen. Im aktuellen Fall geht es um die Dave Lee Roth-Halens, die im Herbst durch einige nordamerikanische Großstädte touren werden. Dementsprechend ist weder Sammy Hagar mit dabei, noch Gründungsbassist Michael Anthony, der durch Eddie Van Halens minderjährigen Sohn Wolfgang ersetzt wurde. Feine Augen wollen bemerkt haben, dass diese Ersetzung auch auf dem auf der Webseite abgebildeten Plattencover von “Van Halen I” stattgefunden hat.

Zur Feier der Meldung - und weil es zudem zu den diversen Nichtraucherschutzgesetzesänderungen von gestern passt - hier noch eine Aufnahme des ultimativen Poser-Tapping-Solos “Eruption”:

Sonntagslächeln (Beirut, Owen Pallett, A Hawk And A Hacksaw)

Add comment September 1st, 2007

beirut.pngKaum jemand kann so schaurig-schöne Sachen im Dreivierteltakt produzieren wie Beirut-Songwriter Zach Condon. Die ersten Stücke der neuen Platte “Flying Club Cup”, die nun in der Blogosphäre auftauchen, versprechen viel Gutes (das ganze Album kann übrigens hier vorgehört werden [via]). So zum Beispiel der angenehm betrunken wirkende Heimorgel-Trompetenchanson “A Sunday Smile” (hier als mp3), eine “nice, rather simple introduction to the French sounds of The Flying Club Cup“. Denn für dieses Album hat sich Condon nach Frankreich begeben, um in jedem Song eine andere Stadt des Hexagons zu evozieren. Mit dabei sind auch Owen Pallett von Final Fantasy/Arcade Fire (hier noch ein Schnippsel von einem Livekonzert) und Heather Trost von A Hawk And A Hacksaw.

Diesen Herbst kommen Beirut dann nach Deutschland um ihr neues Werk vorzustellen:

  • 19. November: Hamburg, Fabrik
  • 20. November: Köln, Kulturkirche
  • 21. November: München, Elserhalle
  • 22. November: Schorndorf, Manufaktur

Und so sieht es dann so aus, wenn Zach Condon mit dem Kocani Orkestar auf der Bühne loslegt (via):


#60.9 - 60.10 - Zach Condon feat. Kocani Orkestar - Sunday
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Rock’n'Roll-Lyrik (Murder Mystery, Interpol)

Add comment August 17th, 2007

Ist der Song “What My Baby Said” in Wirklichkeit eine Interpol-Persiflage? Oder doch nur der Versuch, sich an den Erfolg der New Yorker Pathosgruppe zu hängen? Auf jeden Fall klingt “Did I Tell You What My Baby Said?” von Murder Mystery (ebenfalls aus New York) dem Interpol-Hit “The Heinrich Maneuver” zunächst in Rhythmus und Harmonie sehr ähnlich, statt den bedeutungsschwangeren Zeilen von Paul Banks gibt es hier jedoch flockigste Girl-meets-Boy-Rock’n'Roll-Lyrik. Auch die anderen Songs des kommenden Debüts “Are You Ready For The Heartache Cause Here It Comes” sind hörenswert: die entfernt an die Inspiral Carpets erinnernde Synthnummer “Love Astronaut” (mp3) sowie das swingende “Honey Come Home” (mp3).

Kalifornien nach der Reform (Bodies of Water)

Add comment August 17th, 2007

bow.pngWenn es einen Preis für das weirdeste Bandfoto gäbe, ich würde sofort die Bodies of Water vorschlagen. Wann hat man das letzt Mal eine Band gesehen, die sich im ausgewaschenen “Barcelona 1992″-Tee oder in einem roten Synthetikbody, der noch aus dem Grundschulsportunterricht zu stammen scheint, präsentiert? Die vier Musiker aus Kalifornien würden in der Vorabendserie “Unterwegs mit den Hartz-IV-Kontrolleuren” nicht besonders auffallen: “Diese große Geige da mit den acht Schnüren drauf. Gehört die Ihnen? Spielen Sie überhaupt Geige? Oder hat die Ihre Freundin hier vergessen? Sie leben doch gar nicht getrennt, oder?” Aber irgendwie passt das Äußere der Band recht gut zu ihrer verschrobenen Musik zwischen 60er-Jahre-Spaghettiwestern (Aah-aah-aah-aah-aah-aah) mit Dancing Queen-Einflüssen in “Doves Circle the Sky” (mp3) den merkwürdigen Mischungen aus hymnischen Pop und 60s Folk in “We Are Co Existors” (mp3) oder dem Abba-Gospelsong “These Are The Eyes” (mp3). Eine schöne Folge von Songs über “peace, love, and pop music“. Was ich allerdings nicht ganz nachvollziehen kann: die Vergleiche dieser Gospelrocker mit Arcade Fire. Auf ihrer Homepage gibt es einige Skurilitäten zu sehen: von Davids beruflichem Werdegang über geschmackvolle Animationen bis hin zu diversen Familienfotos. Bislang beschränkt sich ihr Aktionsradius leider auf Kalifornien (sie spielen dort unter anderem zusammen mit Karl Blau und John Vanderslice), aber die Platte “Ears Will Pop and Eyes Will Blink” ist in den üblichen Musikportalen bereits verfügbar. Und hier sind sie live (via):

Ein Jahrtausend geht zu Ende (The 1900s)

Add comment August 17th, 2007

19001.pngSchon wieder eine siebenköpfige Neohippiekommune? Wird das Wir-sind-ein-Kollektiv-Denken (eine Gruppe von “old friends, lovers and ex-lovers“) langsam zur Masche? Das könnte man zumindest denken, wenn man auf die Homepage der Chicagoer Band The 1900s (Myspace) blickt. Die Einzelbeschreibungen der Bandmitglieder wirken leider ein bisschen billig. Da steht dann zum Beispiel über den Schlagzeuger: “Banging things since ‘77, moved to drums in ‘89″. Vielleicht ist das aber auch nur ein ganz merkwürdiger Humor. Dafür klingen ihre Songs aber wirklich nett, zum Beispiel “Bring the Good Boys Home” (mp3) von ihrer ersten EP “Plume Delivery” oder “When I Say Go” (mp3) von ihrem Debütalbum “Cold & Kind”, das am 2. Oktober 2007 erscheinen wird. Stereogum hat noch zwei weitere Songs auf Lager, darunter “Two Ways”, einem schönen Velvet Underground-Rocker mit Vintage-Hammond-Sound, Federhall und feinem mehrstimmigen Gesang (einen weiteren Song gibt’s hier). Noch sind sie noch nicht dort angekommen, aber die “1900’s are a group which can develop into something magical like Galaxie 500 did back in the 80’s, so if you have the patience to watch them develop, I think you will be pleasantly surprised in the outcome”, meint A Beef Sandwich.

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