Eines der Probleme mit dem Read/Write-Web a.k.a. Web 2.0 ist, dass es keine ausgefeilten Schreibberechtigungen gibt: jeder darf seine Erzeugnisse hochladen. Dann kommt auch schon einmal ein Video heraus wie diese detaillierte fast vierminütige Analyse von Britney Spears’ Tanzschritten auf den MTV Video Music Awards, die hieb- und stichfest beweisen will, dass ein gebrochener Absatz der Grund ihrer schlechten Show gewesen war (via). Und dann gibt es im Web 2.0 auch noch Leute wie mich, die sich so einen Schmarrn von Anfang bis Ende ansehen.
Wenn man aus dem Fenster schaut, könnte man fast meinen, er wäre schon da: der Herbst. Aber den richtigen Herbst erkennt man dieses Jahr mal wieder daran, dass es wummert, klingelt und scheppert in den deutschen Konzerthallen und -sälen. Zum Beispiel, wenn Manu Chao und sein Radio Bemba sich die Ehre geben (Karten jeweils 26,50 EUR zzgl. VVK, meine Karte liegt schon im Emailfach):
Für die Hiphop-Fraktion gibt’s auch noch einen Leckerbissen, denn MC Winkel und sein Büro am Strand treten am Samstag in München auf (auch der Weltfrieden wird mit von der Partie sein):
11. August 2007: München, Privée
Diese Konzerthinweise sind natürlich alle ohne Gewähr - man weiß ja, wie schnell so eine Tour abgesagt werden kann - und höchst unvollständig. Ich habe vor allem Künstler erwähnt, die auch im POPLOG regelmäßig vorkommen. Abseits dessen gibt es natürlich noch unendlich viel zu entdecken. Auf ins Getümmel!
Die Temperatur hier auf dem Balkon ist wohl immer noch hoch genug, um die von Klaus Eck empfohlene Bloggingregel anwenden zu können: “Schreibe kurze Postings”. Deshalb hier nur ein kurzer Hinweis auf das neue Video “Wonderlust King” der Gypsy-PunksGogol Bordello, die mit ihrem Auftritt zusammen mit Madonna sicher einen gewaltigen Karrieresprung hinlegen konnten. Ich würde gerne wissen, wieviel Weltfrieden-Pulver bei diesem Ohne-Rücksicht-auf-Verluste-Herumgehopse im Spiel war. Und mit etwas Phantasie könnte man die Flatterbänder an Eugene Hützens Oberarm auch für einen Papagei halten:
Während einem hier nichts anderes als Schwitzen übrigbleibt, passiert woanders die Welt: Die Lebensmittelpreise steigen weltweit in einem beunruhigenden Maß, sagt der Internationale Währungsfonds. Das bedeutet: in Zukunft sollte man seine Ernährung umstellen auf Luft und Liebe. Da kommen doch diese Icons gerade recht, mit denen Gregory M. Dizzia seine Beziehungen in den letzten 23 Jahren grafisch darstellt. Und auch der Flickr-Protest des Schockwellenreiters geht weiter und setzt auf sommerliche Motive und Bekleidungsformen. Eine Variante ist das: auf Spreeblick wird seit gesterngetanzt (und René ist im Gegensatz zu den ganzen “Deltakommentatoren” begeistert davon). Ob Slow à la David Michalek, Samba oder Boogie Woogie, weiß ich allerdings nicht. Wichtig ist, dabei den richtigen Text zu wissen, insbesondere die Steigerungsform von Kraftausdrücken (meint Volker Pispers). Aber auch das Popuniversum schläft nicht, sondern spricht zu uns (wenn es nicht gerade seine Neuerscheinungen verschenkt wie Prince das tut). Denn unser aller Lieblingsband Animal Collective hat dem portugiesischen Radiomagazin Máfama ein Interview gegeben als sie in Lissabon für ihre Sommertournee geprobt haben. Coast Is Clear empfielt die NuGazer das neue Material von Airiel: “sehr knackig, aber von vorne bis hinten gelungen.” Und bevor ich’s vergesse. Auch in “Helsinki” wird dank Concerts a emporter getanzt. Der Beweis: