Die nächste Single der New Yorker Animal Collective wird “Peacebone” heißen und am 21. August erscheinen. Und wer bereits einmal das Cover gesehen hat (siehe Bild), der wird sich vermutlich fragen, wie denn bloß das dazugehörige Video aussehen könnte. Plötzlich sind auf YouTube zumindest schon einmal ein paar Making-Of-Filmchen aufgetaucht, in denen man zumindest einen ersten Eindruck davon bekommen kann, um was es in dem von Timothy Saccenti (u.a. tätig für The Battles, TV on the Radio, LCD Soundsystem, Peaches) gedrehten Video grob gehen wird (via).
[Videos leider nicht mehr auf YouTube]
Mein Fazit nach mehrmaligem Sichten des Materials: Wenn es um das gruseligsteMusikvideo geht, können die Herren Tare, Bear, Deakin und Geologist künftig ein Wort mitreden. Wenn auch gruselig auf eine andere Art.
Wie cool ist das? Eine Band, die ein Blog als Homepage hat. Und dann nicht ein gewöhnliches Text-Video-Undsoweiterblog, sondern so ein richtig altmodisches Fotoblog, wie sie seit dem Aufkommen von Flickr zur Rarität geworden sind. Aber davon ganz abgesehen machen The Cave Singers aus Seattle richtig spannenden Postfolk (”They are 4 kinds of awesome” beschreibt Dawn das ganz richtig), bei dem die sich immer wieder wiederholenden Melodiefragmente nach einer Weile eine wunderbar einlullende Wirkung entfalten (”A song that requires only a few moments before sweeping you away“). Ein Soundtrack zum Cocooning. Die Assoziation drängt sich auch Chris auf, der vermutet, “that this song will end up on an indie film soundtrack at some point in 2008″. Die aktuelle Single “Seeds of Night” gibt es auf der Seite des Labels zum kostenlosen Download in voller Länge und Qualität oder für 3 US-Dollar als 7″, das Album “Invitation Songs” steht ab 25. September in den Plattenläden.
Das ist doch richtig schön, wenn man von einer Band einmal ein nettes Kompliment gesungen bekommt. Um dieses Gefühl zu erleben, muss man sich nur “Your English is Good” von Tokyo Police Club anhören, einer Band aus Newmarket, Ontario, die kürzlich bei Saddle Creek einen Vertrag unterschrieben hat. Der Song fängt ein bisschen an wie Chumbawamba, wird dann aber zu einem fröhlichen Uptemposong mit einigen unisono geschrieenen Passagen. Im September fangen sie voraussichtlich mit den Aufnahmen an, um dann Anfang 2008 ihr erstes richtiges Album abzuliefern, bis jetzt gab es nur die beiden EPs “A Lesson in Crime” (2006) und “Smith EP” (2007). Bei den Kritikern stößt ihre Kombination der “urgency and hustle of The Strokes with the abrasiveness of The Chalets” oder das im Video vermittelte “entspannte Lebensgefühl” jedenfalls auf Zustimmung. Und wer im Vergleich zu anderen gehypten kanadischen Indie-Bands das wirklich Neue bei TPC vermisst, der kann sich immerhin darüber freuen, dass die meisten Songs der Band “nach zwei bzw. drei Minuten durch sind. So gehört sich das“. Oder wie Inspektor Hase sagt: “Aber der Gewinner ist immer der, der es am Besten macht!” Well put. Hier ist das Video:
Die Musik kommt von Air. Der Text von Jarvis Cocker. Der Beat von Tony Allen (The Good, The Bad and The Queen). Produziert wurde das Ganze von Nigel Godrich (Radiohead, Beck, Travis, Pavement). Das Hauchen kommt von Jane Birkin. Diese ganz spezielle federleicht vorgetragene Melancholie von Serge Gainsbourg (”Je suis venu te dir’que je m’en vais”, remember?). Eine todsichere Angelegenheit also, Charlotte Gainsbourgs aktuelles Album “5:55“, aus dem jetzt der Titeltrack als Single ausgekoppelt wurde, unter anderem mit Remixes der Black Ghosts und von Metronomy (Video). Und so wurde Charlotte zu einer massenkompatiblen Ikone der frankophilen Indieszene wie zuvor bereits Daft Punk oder Air. Im Zweifelsfall trifft man sich beim kleinsten gemeinsamen Nenner: dem Sex-Appeal, der einem aus ihrem “leggy press photo” entgegenstrahlt.
Hier Gainsbourg im Video:
Genau ein Jahr ist es her, dass die Sängerin der schwedischen Indieband The Concrete sich enttäuscht und frustiert von ihrer Band getrennt hat und sich unter dem Namen “Taken By Trees” auf das Abenteuer Solokarriere eingelassen hat. Nach ein paar vielversprechenden Demosongs ist jetzt endlich die Platte “Open Fields” fertig und wurde von Victoria Bergsman mit diesen Worten in die sommerliche Freiheit entlassen:
Here we are at the verge of summer, letting the soft air stroke our skin and the verdure caress our minds. I honestly couldn’t think of a more beautiful moment for finally setting Open Field free. It feels solemn and kind of bittersweet. I am now handing it over to you all to have and to hold.
Bittersüß klingt auch die Musik, die sich zwischen Country, Folk, durchorchestrierten Instrumentalnummern und Songwriterpop bewegt und vor allem durch die mit “Young Folks” von Peter Bjorn and John fast schon zum Allgemeingut gewordene, aber in der spärlichen, klaren Atmosphäre fast noch hinreißendere Stimme von Bergsman überzeugt. Besonders hervorzuheben ist auch der “Scandanavian way she pronounces Julia”, wie Mark bemerkt. Den schönsten Vergleich bring aber David Kastrup (spex), den Victoria an ein “verlassenes Reh auf einer Waldlichtung” erinnert.
Tracklist (vier der Song können hier vorgehört werden):
Dass die Russen unter dem Nordpol eine Flagge setzen wollen, um ihren Gebietsanspruch zu untermauern, kann man ja aus geopolitischen Erwägungen (Hint: Rohstoffe) vielleicht noch verstehen. Aber warum wollen diese quecksilberglänzenden Herren in dem neuen Caribou-Video zu “Melody Day” (Album: Andorra) in Gotland eine weiße Fahne hissen? Schon wiedereineKapitulation? Sachdienliche Hinweise bitte in die Kommentare.
So richtig bekannt ist die kalifornische Indieband Limbeck hierzulande ja noch nicht. Dabei machen sie wunderbare Songs zwischen Indie und Alternative Country, in denen dann auch schon einmal die Kirchenglocken im Refrain bimmeln dürfen. Trotzdem kultivieren sie ihr Image als lokal verwurzelte, fast schon parochiale Band, was sich nicht nur darin zeigt, dass sie sich in ihren Songtexten immer wieder auf das heimische Orange County beziehen, sondern auch in dem Text ihrer Homepage:
hi this is our website. good morning! there’s a plane flying over my house and i’m about to get up and grab another cup of coffee. i hope it’s still warm! i’m glad the neighbors stopped doing yardwork. oh man, nevermind there they go again with the leaf blower.
Dazu passt das Video zu ihrer Single “Big Drag”. Mehr Songs gibt’s wie immer hier.
Die Temperatur hier auf dem Balkon ist wohl immer noch hoch genug, um die von Klaus Eck empfohlene Bloggingregel anwenden zu können: “Schreibe kurze Postings”. Deshalb hier nur ein kurzer Hinweis auf das neue Video “Wonderlust King” der Gypsy-PunksGogol Bordello, die mit ihrem Auftritt zusammen mit Madonna sicher einen gewaltigen Karrieresprung hinlegen konnten. Ich würde gerne wissen, wieviel Weltfrieden-Pulver bei diesem Ohne-Rücksicht-auf-Verluste-Herumgehopse im Spiel war. Und mit etwas Phantasie könnte man die Flatterbänder an Eugene Hützens Oberarm auch für einen Papagei halten: