Posts filed under 'schlager'

Lekman im Kornfeld

2 comments October 31st, 2007

Geht es nur mir so, oder muss noch jemand bei Jens Lekmans “Into Eternity” an Jürgen Drews “Ein Bett im Kornfeld denken”?

Gottland

Add comment September 19th, 2007

Einer gerade grassierenden Mode nachlaufend, gibt’s nun auch im POPLOG Gastbeiträge. Hier meldet sich Gastautor Daniel von der Wiesn-Vorbereitung:

Über Karel Gott stand gestern in der Zeitung, dass es jetzt so eine Art Graceland gibt von/über ihm/ihn: Gottland. 200 qm Karel Gott. Nebenbei erfährt man, dass er bereits zum 31. Mal Sänger des Jahres in Tschechien geworden ist seit 1963. Fantastisch. Da musste ich sofort in den dunkleren Ecken meiner Plattensammlung wühlen um mal reinzuhören. Ich erinnerte mich: Mein Lieblingslied des tschechischen Goldkehlchen war früher die Nummer “Fang das Licht” mit dem slowakischen Goldkehlchen Darinka (heute als Madonna-Verschnitt unterwegs), ein Titel von dem ich lange Zeit nicht verstanden habe, wieso das eigentlich nicht der Wiesn-Hit schlechthin ist. Der Mix aus Eindeutigkeit, Tiefgründigkeit und Unkompliziertheit des Textes eignet sich eigentlich hervorragend, von der bombastischen, lang gezogenen Melodie ganz abgesehen; allenfalls die Call&Response-Struktur des Refrains könnte etwas happig sein im Rauschzustand.

Doch eben gestern beim Durchhören des Stücks stieß ich auf den wahren Grund für die Weigerung, dieses Stück in den Wiesn-Kanon aufzunehmen. Er dauert nur eine halbe Sekunde, langt aber, um auf Dauer “nicht im Wahren” zu sein: Darinka singt in besten Loddar Maddäus-”Man muss mit dem FC Bayern Diddl holen”-Fränkisch, und zwar in der zweiten Strophe, etwa in der Mitte, da heisst es: “halt es (das Licht) fest, schließ es in deine Drrrräume ein…”. Um Gottes willen! Da kann das Oktoberfest soviel Weltoffenheit beschwören und symbolisieren; bevor hier Fränkisch erklingt, wird wohl eher Reis zum Hendl serviert. (Außer natürlich Kaiser Franz persönlich besingt die “guten Freunde” die niemand “drennen” würde können). Da hilft auch kein eiligst aufgenommener Remix der beiden Vorzeige-Bayern Stefanie Hertl und Stefan Mross. Nicht auszudenken, wie groß Gottland ausgefallen wäre, wenn noch die Tantiemen aus 21 Jahren Wiesn-Hit-Dasein zur Verfügung gestanden hätten.

Leider gibt’s dieses Jahrhundertlied nur in der tschechischen Version:

YouTschechisch

It had to be Götz (Götz Alsmann)

Add comment July 12th, 2007

alsmann.jpgIch habe heute leider gar keine Zeit zum Bloggen, aber das hier musste einfach sein, schließlich haben wir nicht viele Jazzer hier im Land, die bereits auf Blue Note veröffentlicht haben: Alles Gute zum Fünfzigsten, lieber Götz “Götzimausi” Alsmann!

“Kulturkampf” und “Synkopenstotterei”

Add comment July 8th, 2007

Auf den ersten Blick ist es paradox: die Unterhaltungsindustrie eines totalitären, rassistischen und durchmilitarisierten Landes wie Deutschland es im Dritten Reich gewesen ist, produzierte einen Hit nach dem anderen. Und viele dieser Hits sind auch heute noch, trotz aller Distanzierungen von dem Naziregime, konzert- und hitparadentauglich. Ja, man beschreibt die 30er und 40er Jahre sogar als goldenes Zeitalter der Unterhaltungsmusik. Diesem Spannungsfeld widmete sich Axel Jockwer 2005 in seiner sehr lesenswerten Dissertation “Unterhaltungsmusik im Dritten Reich”, die hier als pdf-Datei heruntergeladen werden kann.


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