Posts filed under 'prerelease'

Sonntagslächeln (Beirut, Owen Pallett, A Hawk And A Hacksaw)

Add comment September 1st, 2007

beirut.pngKaum jemand kann so schaurig-schöne Sachen im Dreivierteltakt produzieren wie Beirut-Songwriter Zach Condon. Die ersten Stücke der neuen Platte “Flying Club Cup”, die nun in der Blogosphäre auftauchen, versprechen viel Gutes (das ganze Album kann übrigens hier vorgehört werden [via]). So zum Beispiel der angenehm betrunken wirkende Heimorgel-Trompetenchanson “A Sunday Smile” (hier als mp3), eine “nice, rather simple introduction to the French sounds of The Flying Club Cup“. Denn für dieses Album hat sich Condon nach Frankreich begeben, um in jedem Song eine andere Stadt des Hexagons zu evozieren. Mit dabei sind auch Owen Pallett von Final Fantasy/Arcade Fire (hier noch ein Schnippsel von einem Livekonzert) und Heather Trost von A Hawk And A Hacksaw.

Diesen Herbst kommen Beirut dann nach Deutschland um ihr neues Werk vorzustellen:

  • 19. November: Hamburg, Fabrik
  • 20. November: Köln, Kulturkirche
  • 21. November: München, Elserhalle
  • 22. November: Schorndorf, Manufaktur

Und so sieht es dann so aus, wenn Zach Condon mit dem Kocani Orkestar auf der Bühne loslegt (via):


#60.9 - 60.10 - Zach Condon feat. Kocani Orkestar - Sunday
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Ameise Irene (Caribou)

Add comment August 18th, 2007

Nachdem es gar nicht lange her ist, dass mich der Song “Melody Day” von Caribou hellauf begeistert hat, kommt hier schon der ruhige Nachfolger “Irene” mit einem schönen Video (hier als Quicktime) für uns Naturfreunde (produziert von Nic Brown und David James) (via):

Rock’n'Roll-Lyrik (Murder Mystery, Interpol)

Add comment August 17th, 2007

Ist der Song “What My Baby Said” in Wirklichkeit eine Interpol-Persiflage? Oder doch nur der Versuch, sich an den Erfolg der New Yorker Pathosgruppe zu hängen? Auf jeden Fall klingt “Did I Tell You What My Baby Said?” von Murder Mystery (ebenfalls aus New York) dem Interpol-Hit “The Heinrich Maneuver” zunächst in Rhythmus und Harmonie sehr ähnlich, statt den bedeutungsschwangeren Zeilen von Paul Banks gibt es hier jedoch flockigste Girl-meets-Boy-Rock’n'Roll-Lyrik. Auch die anderen Songs des kommenden Debüts “Are You Ready For The Heartache Cause Here It Comes” sind hörenswert: die entfernt an die Inspiral Carpets erinnernde Synthnummer “Love Astronaut” (mp3) sowie das swingende “Honey Come Home” (mp3).

Gruseln im Kollektiv (Animal Collective, Timothy Saccenti)

2 comments August 9th, 2007

peacebone.pngDie nächste Single der New Yorker Animal Collective wird “Peacebone” heißen und am 21. August erscheinen. Und wer bereits einmal das Cover gesehen hat (siehe Bild), der wird sich vermutlich fragen, wie denn bloß das dazugehörige Video aussehen könnte. Plötzlich sind auf YouTube zumindest schon einmal ein paar Making-Of-Filmchen aufgetaucht, in denen man zumindest einen ersten Eindruck davon bekommen kann, um was es in dem von Timothy Saccenti (u.a. tätig für The Battles, TV on the Radio, LCD Soundsystem, Peaches) gedrehten Video grob gehen wird (via).
[Videos leider nicht mehr auf YouTube]
Mein Fazit nach mehrmaligem Sichten des Materials: Wenn es um das gruseligste Musikvideo geht, können die Herren Tare, Bear, Deakin und Geologist künftig ein Wort mitreden. Wenn auch gruselig auf eine andere Art.

Einladung in die Höhle (The Cave Singers)

1 comment August 5th, 2007

cavesingers.png Wie cool ist das? Eine Band, die ein Blog als Homepage hat. Und dann nicht ein gewöhnliches Text-Video-Undsoweiterblog, sondern so ein richtig altmodisches Fotoblog, wie sie seit dem Aufkommen von Flickr zur Rarität geworden sind. Aber davon ganz abgesehen machen The Cave Singers aus Seattle richtig spannenden Postfolk (”They are 4 kinds of awesome” beschreibt Dawn das ganz richtig), bei dem die sich immer wieder wiederholenden Melodiefragmente nach einer Weile eine wunderbar einlullende Wirkung entfalten (”A song that requires only a few moments before sweeping you away“). Ein Soundtrack zum Cocooning. Die Assoziation drängt sich auch Chris auf, der vermutet, “that this song will end up on an indie film soundtrack at some point in 2008″. Die aktuelle Single “Seeds of Night” gibt es auf der Seite des Labels zum kostenlosen Download in voller Länge und Qualität oder für 3 US-Dollar als 7″, das Album “Invitation Songs” steht ab 25. September in den Plattenläden.

Man spricht Englisch (Tokyo Police Club, The Strokes)

Add comment August 5th, 2007

Das ist doch richtig schön, wenn man von einer Band einmal ein nettes Kompliment gesungen bekommt. Um dieses Gefühl zu erleben, muss man sich nur “Your English is Good” von Tokyo Police Club anhören, einer Band aus Newmarket, Ontario, die kürzlich bei Saddle Creek einen Vertrag unterschrieben hat. Der Song fängt ein bisschen an wie Chumbawamba, wird dann aber zu einem fröhlichen Uptemposong mit einigen unisono geschrieenen Passagen. Im September fangen sie voraussichtlich mit den Aufnahmen an, um dann Anfang 2008 ihr erstes richtiges Album abzuliefern, bis jetzt gab es nur die beiden EPs “A Lesson in Crime” (2006) und “Smith EP” (2007). Bei den Kritikern stößt ihre Kombination der “urgency and hustle of The Strokes with the abrasiveness of The Chalets” oder das im Video vermittelte “entspannte Lebensgefühl” jedenfalls auf Zustimmung. Und wer im Vergleich zu anderen gehypten kanadischen Indie-Bands das wirklich Neue bei TPC vermisst, der kann sich immerhin darüber freuen, dass die meisten Songs der Band “nach zwei bzw. drei Minuten durch sind. So gehört sich das“. Oder wie Inspektor Hase sagt: “Aber der Gewinner ist immer der, der es am Besten macht!” Well put. Hier ist das Video:

Dies ist kein Musikvideo (Devendra Banhart, The Stranglers, Jim Morrison)

5 comments August 4th, 2007

Ich hatte ja bereits von Devendra Banharts nächsten Album berichtet. In der Zwischenzeit ist seine neue Homepage fertig geworden, auf der man sich das Menu erst einmal freischaufeln muss - typisch Messie. Dort angekommen, kann man nicht nur zwei neue Tracks von “Smokey Rolls Down Thunder Canyon” ansehen (es handelt sich um das Tropicana-inspirierte “So Long Old Bean” und die schlichte dylanesque Folkballade “Seahorse” mit der Anfangszeile “I’m high, I’m happy and I’m free”, das sich nach zwei Minuten in “Golden Brown” von den Stranglers verwandelt und später noch in einem Doorslastigen Improvisationsteil mündet), sondern auch ein Video zu dem acht Minuten langen “Seahorse”. Die Anmerkung “This is not a music video” lässt sich auch als Warnung verstehen, denn was den Betrachter auf dem Video erwartet, ist einigermaßen merkwürdig (Messerwerfen, Löten, Herumalbern mit der Schrotflinte, Superstar in Unterhose spielen) und vor allem: sehr bartlastig (wie wär’s mit einem Devendra-Bart, Julie?) Erinnert etwas an Laurel Canyon, das Setting, ist aber sehr viel überzeugender. Auch der Rest der Blogosphäre zeigt sich begeistert über den “Weird shit, great song“, den diese “langhaarigen hippies” da geschaffen haben. Besonders groß ist die Begeisterung darüber, dass anscheinend auch der mexikanische Schauspieler Gael García Bernal mit von der Partie ist. So indie it hurts fasst auch meine Erwartungen an das Album gut zusammen: “These songs are so good by themselves and in crappy myspace compressed quality, I can’t imagine how phenomenal this record is going to be as a whole.”
Naja, seht selbst:

(via)

Athletendämmerung (Athlete, Coldplay, U2, Snow Patrol)

Add comment July 31st, 2007

Eine schöne Gitarrenhookline, unaufgeregter Gesang vor einer straighten Indierockkulisse (einer Mischung aus U2, Snow Patrol und Coldplay) und naturlyrische Zeilen wie “Oh, hurricane, what you gonna do to us this time?” Genügt das der Londoner Band Athlete um Joel Pott, um den 2005er Erfolg von “Tourist” zu wiederholen (obwohl böse Stimmen schon schon zu diesem Album anmerkten, es klänge “like they’re taking a page from the Radiohead notebook” und auch Pitchfork war gar nicht begeistert)? Bis zum Album “Beyond the Neighborhood” dauert es zwar noch ein wenig, Termin ist am 3. September, aber die Vorabsingle “Hurricane” liefert schon einmal einen Vorgeschmack. Außerdem gibt es hier noch Airport Disco zum Anhören. Über das Artwork des Albums gibt es noch nichts zu berichten, aber die schönen Trashfotos auf dem letzten Album und den Singles waren ja einigermaßen originell, wenn auch zu sehr “durchdesignt”.

Tracklist:

  1. In Between 2 States
  2. Hurricane
  3. Tokyo
  4. Airport Disco
  5. It’s Not Your Fault
  6. The Outsiders
  7. Flying Over Bus Stops
  8. Second Hand Stores
  9. In The Library
  10. Best Not To Think About It
  11. This Is What I Sound Like

Genug gesagt, hier das Video (via if:mv):

C’era una volta il West (Hard-Fi, Frankie goes to Hollywood, Blur, The Clash)

2 comments July 30th, 2007

hardfi.pngEeeh-eeeh-eeeh, Oooh-oooh-oooh und Aaah-aaah-aaah heißt es im Refrain der neuen Vorabsingle “Suburban Nights” der Westlondoner (genauer: aus Staines, dem Ort der Unterzeichnung der Magna Charta) Hard-Fi. Eigentlich wollen sie ja nach Wut, Leere, Ödnis und so weiter klingen. Für mich ist der Song eine schöne Demonstration, dass es im musikalischen Nachlass von Frankie goes to Hollywood noch einiges zu holen gibt. Bis zu dem ungeduldig erwarteten Nachfolger des Hitalbums “Stars of CCTV” dauert es zwar noch etwas (31. August), aber mittlerweile sind schon einige Details über das Album ans Licht gekommen: es wird “Once Upon a Time in the West” heißen und anstelle einer teuren Schwarz-weiß-Abbildung der Band nur den orangefarbenen Schriftzug “Expensive Black & White Photo of Band. Not Available” auf einem schlichten schwarzen Hintergrund tragen. Das soll natürlich, wie schon die bis ins äußerste getriebene Überwachungskamerabildwelt auf SOCCTV, subversiv wirken (und falls das mit dem Cover noch nicht klar wird: Richard Archer singt immer wieder von ihrem Vorstadtärger). Zurück zur Musik. Neben dem erwähnten 80s-Postwave-Diskosongs “Suburban Nights” findet sich mit “You and Me” noch eine weitere Nummer auf der Seite, die zunächst an eine Kreuzung aus Blur und The Clash erinnert, dann aber durch einen ordentlichen Kopfstimmenchorus überrascht. Die Reaktionen auf die bisherigen Tracks liegen zwischen “very good“, “Och ja, gar nicht mal so übel“, “big-ass disappointment” und “not as good as their mind-blowing debut album“. Es wird also spannend. UPDATE: Interessanterweise zeigt sich Peter Flore (Intro) ziemlich begeistert von diesem “durchweg überzeugende Album”.

Doch urteilt selbst, nachdem ihr das Video zu Suburban Nights gesehen habt (via kulturni program):

Hilfe, die Hippies kommen (Devendra Banhart, Jim Morrison, Animal Collective, The Doors, The Strokes)

1 comment July 30th, 2007

banhart.jpgMit dem Animal Collective, die übrigens wieder neue Erdbeerschmierereien veröffentlicht haben, hat es die amerikanische Postfolk-Bewegung mittlerweile bis in die oberen Ränge der Kritikercharts geschafft. Etwas im Schatten dieser Band steht jedoch der erst 26jährige Songwriter und Dichter Devendra Banhart, der “Gandalf of the Nu Beardie movement“. Am 25. September erscheint unter dem ebenso bildmächtigen wie kuriosen Titel “Smokey Rolls Down Thunder Canyon” seine neue Platte. Aber er hat versprochen, bis zum Herbst jeden Freitag neue Tracks auf seine Homepage zu stellen, so dass man sich bereits jetzt einen Eindruck von seinem neuen musikalischen Arbeitsprogramm machen kann. Schon jetzt kann man die rockige Nummer “Tonada Yanomaminista” anhören, die nicht nur durch den spitzen Schlussschrei einige Anleihen bei Jim Morrison und den Doors macht. Außerdem die Tiefe-suggerierende Pianonummer “Rosa” (auch diese ist gar nicht so weit entfernt von den “People are strange”-Doors). Die Musikbloggerszene zeigt sich überzeugt von diesen Appetithäppchen: “Really, nicely played Devendra”, schreibt das prefixmax und wünscht sich, die Strokes hätten mit ihrem letzten Album eine ähnliche Entwicklungsfähigkeit demonstriert; So Indie it hurts ist der Meinung, “these new songs make my love him even more”; Yiyo (Deaf Indie Elephants) ist besonders angetan von dem Titel: “como me agrada ese título”; aber nicht nur in Caracas, sondern auch in Münster findet man das Material “ausgesprochen gut”; und Gorilla vs. Bear meditiert über die Frage, was daran denn Space Reggae sein soll.

Tracklist (von Stereogum):

  1. Cristobal
  2. So Long Old Bean
  3. Samba Vexillographica
  4. Seahorse
  5. Bad Girl
  6. Seaside
  7. Shabop Shalom
  8. Tonada Yanomaminista
  9. Rosa
  10. Saved
  11. Lover
  12. Carmencita
  13. The Other Woman
  14. Freely
  15. Remember
  16. My Dearest Friend

Kurzmitteilungen 3 (WWW, Arcade Fire, Yeah Yeah Yeahs, Architecture in Helsinki, WeePop, Maximo Park)

Add comment July 21st, 2007

Wie das WWW vor der Großen Abschaltung ausgesehen hat, kann man sich in diesem Werbevideo der Firma digital noch einmal vergegenwärtigen. Ganz und gar nicht digital treten Arcade Fire aus Montreal hier auf, mit Drehleier, Violine und einem großartigen Win Butler. Musikalisch nicht minder beeindruckend ist die neue EP der Yeah Yeah Yeahs, “Is Is”, die man wieder einmal bei 3voor12 vorhören kann. Oder aber die neue Platte von “Architecture in Helsinki”: sie erscheint offiziell erst Mitte August, kann aber hier bereits heute angehört werden. Ob diese Veröffentlichungen es aber in Listen wie diese (”10 landmark albums that made indie rock”) schaffen? Zu erwähnen ist auch das neue Netlabel WeePop-Records, das sich, wie unschwer zu erkennen ist, auf Twee-Pop und C86 spezialisiert hat und auch einiges zum Download anbietet. So viel, dass man unbedingt eine 40 Gigabits-pro-Sekunden-Anbindung braucht, ist es nicht, aber es zählt ja nicht immer nur die Quantität. Zum Abschluss noch ein paar neue Bilder von Maximo Park:

Lampengrinser und scheußliche Erdbeermarmelade (HAL 9000, MIA, Diedrich Diederichsen, Tocotronic, MIA, Super Furry Animals)

Add comment July 19th, 2007

Dass die Kommunikation mit Elektronengehirnen problematisch sein kann, hat nicht nur der sympathische Lampengrinser HAL 9000 demonstriert. Auch die Windows-Spracherkennung kann tückisch sein, wie dieses Video zeigt:

Vielleicht hatte der sadistische HAL 9000 ja auch seine Dioden im Spiel, als es galt, sich das neue Animal Collective-(immerhin laut Diederichsen die “beste Band der Welt”)-Cover auszudenken. Denn der Entwurf für “Strawberry Jam”, den es hier zu bewundern gibt, dürfte es in der Tat zu einem der Favoriten für die Kategorie “best album with the worst cover art” machen. Aber in der letzten Zeit scheint es insgesamt einen Trend zur bewussten Hässlichkeit in der Covergestaltung zu geben.

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