Posts filed under 'politik'

Die Musikindustrie sucht das Leck (SPIN)

2 comments August 3rd, 2007

In den meisten Fällen dauert es nicht lange, bis ein neues Album in den diversen P2P-Netzwerken, Blogs, Mikroblogging- und Filedownloadseiten auftaucht. Wer auf illegale Methoden setzt, hat die Tracks sogar in der Regel vor dem legalen Downloader oder Musikkäufer auf seinem MP3-Player. Aber wie kommen die Platten überhaupt dorthin? Sind die Studioangestellten, die Musikkritiker oder gar die Musiker selbst die undichte Stelle an der musikalischen Werkbank? Im aktuellen SPIN-Magazin (via) ist eine Story, die einiges Licht auf diese Frage wirft (und erfreulicherweise vollkommen auf der Höhe der Zeit ist). Eine wichtige Erkenntnis liegt in der doppelten Wirklichkeit der Musikindustrie, die sich stellenweise fast schon komisch liest:

There used to be a sort of gentleman’s agreement about new records: On the announced release date, they’d appear in stores, and magazines, newspapers, and radio stations would pretend that they’d suddenly sprung into existence on that particular Tuesday morning (or, in the case of a few big names, Monday at midnight).

Fraglich ist dennoch, wie lange diese Fassade noch aufrechterhalten werden kann. Erste Anzeichen für einen neuen Realismus in der Musikindustrie gab es ja kürzlich erst bei den kanadischen Stars. Offen bleibt zudem, das stellt Idolator fest, auf welche Weise denn Miniplattenfirmen von Lecks betroffen sind, deren Künstler sonst vielleicht gar nicht in der Öffentlichkeit stattfinden würden? Zudem ist das Problem nicht neu. Für Computerspiele und -software ist das von Anbeginn der Status quo. Für die Musik hätte man das alles wahrscheinlich nur vermeiden können, wenn man bei analogen Medien geblieben wäre. Das wäre aber das Letzte gewesen, was die Industrie gewollt hätte.

C’era una volta il West (Hard-Fi, Frankie goes to Hollywood, Blur, The Clash)

2 comments July 30th, 2007

hardfi.pngEeeh-eeeh-eeeh, Oooh-oooh-oooh und Aaah-aaah-aaah heißt es im Refrain der neuen Vorabsingle “Suburban Nights” der Westlondoner (genauer: aus Staines, dem Ort der Unterzeichnung der Magna Charta) Hard-Fi. Eigentlich wollen sie ja nach Wut, Leere, Ödnis und so weiter klingen. Für mich ist der Song eine schöne Demonstration, dass es im musikalischen Nachlass von Frankie goes to Hollywood noch einiges zu holen gibt. Bis zu dem ungeduldig erwarteten Nachfolger des Hitalbums “Stars of CCTV” dauert es zwar noch etwas (31. August), aber mittlerweile sind schon einige Details über das Album ans Licht gekommen: es wird “Once Upon a Time in the West” heißen und anstelle einer teuren Schwarz-weiß-Abbildung der Band nur den orangefarbenen Schriftzug “Expensive Black & White Photo of Band. Not Available” auf einem schlichten schwarzen Hintergrund tragen. Das soll natürlich, wie schon die bis ins äußerste getriebene Überwachungskamerabildwelt auf SOCCTV, subversiv wirken (und falls das mit dem Cover noch nicht klar wird: Richard Archer singt immer wieder von ihrem Vorstadtärger). Zurück zur Musik. Neben dem erwähnten 80s-Postwave-Diskosongs “Suburban Nights” findet sich mit “You and Me” noch eine weitere Nummer auf der Seite, die zunächst an eine Kreuzung aus Blur und The Clash erinnert, dann aber durch einen ordentlichen Kopfstimmenchorus überrascht. Die Reaktionen auf die bisherigen Tracks liegen zwischen “very good“, “Och ja, gar nicht mal so übel“, “big-ass disappointment” und “not as good as their mind-blowing debut album“. Es wird also spannend. UPDATE: Interessanterweise zeigt sich Peter Flore (Intro) ziemlich begeistert von diesem “durchweg überzeugende Album”.

Doch urteilt selbst, nachdem ihr das Video zu Suburban Nights gesehen habt (via kulturni program):

Kurze Blackfacingunterbrechung

2 comments July 19th, 2007

“Schwarze Menschen = Dreck = Afrikaner = ungebildet”. Die Gleichung galt bis vor kurzem zumindest im deutschen UNICEF-Land. Nach zahlreichen Protesten (zum Beispiel hier, hier, hier, hier und hier) wurde die von Jung von Matt konzipierte Kampagne aber anscheinend untragbar für die Hilfsorganisation.

Kurze Guantanamounterbrechung

Add comment July 10th, 2007

Aus dem Interview mit dem rechtspolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Norbert Geis zum Thema präventives Verhaften von “Gefährdern”:

Der Unterschied zu Guantanamo ist jedenfalls, natürlich so, wie ich das kenne, ist ein vernünftiges Verhalten, und dann muss man immer wieder auch prüfen, ist das noch ein Gefährder?

Da weiß man doch unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung in guten Händen. Oder behauptet da etwa jemand, ein “vernünftiges Verhalten” wäre kein zuverlässiger Schutz vor Totalitarismus, Despotismus und Barbarei?

[via lawblog]

Kurze Reaktorherunterfahrunterbrechung

1 comment July 10th, 2007

brunsbuettel2.jpg Am besten den Knall dafür nutzen, dem Beispiel von ix zu folgen und den Stromanbieter jetzt wechseln. Meine Erfahrung: Mit ‘nem Eimer unter jeder Lampe kann man auch mit Strom aus Wasserkraft gut leben.

[Schaflink]


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