Nachdem ich in diesem Beitrag aus damals gegebenem Anlass das Thema “Paraskavedekatriaphobie” (Angst-vor-Freitag-dem-Dreizehnten) angesprochen habe, hier nur noch ein kurzer Hinweis auf einen Fall ihrer kleinen Schwester, der “Triskaidekaphobie” (Angst-vor-Dreizehn). Es geht um Arnold Schönberg, den wichtigen kompositionstechnischen Erneuerer des frühen 20. Jahrhunderts. In dieser Abhandlung kann man mehr darüber lesen, zum Beispiel Folgendes:
In Autographen wurden Fehler, die Schönberg auf Seite 13 entdeckte, mit dieser notorischen Unglückszahl in Verbindung gebracht, im Opernfragment Moses und Aron entzog er letzterem den Doppelvokal, um einem Titel mit 13 Buchstaben zu entgehen usf. Auch lebensweltlich finden sich zahlreiche Dokumente dieser Schönbergschen Triskaidekaphobie. Bspw. die fatalistische Rechnung, die er in einem Brief an Webern für sein 52. ( = 4 x 13) Lebensjahr 1926 (26 = 2 x 13) aufmachte, oder Zahlenoperationen, mit denen er in einer Notiz 1928 seine Berliner Adresse und Telephonnummer ihrer Schicksalhaftigkeit überführte. Übrigens wurde Schönberg an einem 13. geboren und starb, wovor er – wie seine Frau berichtete – “große Angst” hatte, am Freitag, den 13. Juli 1951.
Übrigens wurde Arnolds Sohn Rudolf Ronald an einem 26. geboren. Vom Arnold Schönberg-Centrum gibt’s auf YouTube zahlreiche Dokumentationen, unter anderem diese hier (man beschte Gertrud Schönbergs Brille!):
“Hymne ist ja zunächst mal eine ganz bestimmte From des inhaltlichen Wollens.” So fängt der Begleittext zum Nationalhymnenprojekt von monochrom an. In diesem Projekt, dessen Videoaufzeichnungen nun online verfügbar sind, unternehmen die Künstler eine musikalische Reise, auf der sie die ganze Welt von A–Z durch ihre Hymnen betrachten. Und wozu das ganze? “Zum besseren Verständnis der österreichischen Identität.” Gleichzeitig wird auch der flüchtige Charakter der Nationalhymnen klar, denn:
Hymne ist Wehen. Sie ist der Wind, das Element, das alle anderen Elemente berührt, indem es quasi mit ihnen flirtet. Wind ist ja nicht sesshaft.
Außerdem empfehlenswert: Dieses Video mit ausgewählten Bildern von Cindy Sherman, deren Arbeiten zur Zeit im Berliner Martin-Gropius-Bau ausgestellt sind [via 5F]. Und dann noch dieser neue Clip der kanadischen Indieband The Besnard Lakes zu ihrem Song “For Agent 13″. Schließlich: diese Bildersammlung mit Schnappschüssen von dem Pitchfork Music Festival. Auf den polaroiden Bildern unter anderem: Girl Talk, GZA, Steve Malkmus (von den mittlerweile zu 40% reunierten Pavement), Of Montreal (hier das Video dazu), Jamie Lidell, De La Soul, Kim Gordon, Cappadonna, Voxtrot, Grizzly Bear. Wow. Da bleibt mir die Luft weg.