Noch ein Mashup-Projekt: Simon Iddol (zuvor René aufgefallen durch “Stuck in the Eighties” oder durch “Superseven” - was für eine Produktivität!) entdeckte im Netz das obskure Werk “Hot Boppin’ Instrumentals“, auf dem 27 Instrumentaloldies versammelt sind - Northern Sound bis Popcorn-Soul überwiegend aus den 60s. Einige der Stücke gefielen ihm dann so gut, dass er Lust bekam, sie mit zeitgenössischen Melodien und Rhythmen zu mischen. Das Ergebnis ist die Compilation “Forgotten Hits“, an der neben Iddol selbst zehn weitere Mashup-Künstler mitwirkten: Apollo Zero, ToToM, Electro Sound, LDM101, Zamali, DJ Earlybird, Lobsterdust, Copycat, RIAA sowie der World Famous Audio Hacker. Die Vorlagen reichen von Depeche Mode über Christina Aguilera bis zu Rick James. Ein Mashupalbum, das auch den Großeltern gefallen dürfte. Wer damit immer noch nicht genug Mashup-Klänge hat oder grundlegendere Informationen über das Geschäft des Mashuppens braucht, kann sich auch noch hier bedienen.
Wie das WWW vor der Großen Abschaltung ausgesehen hat, kann man sich in diesem Werbevideo der Firma digital noch einmal vergegenwärtigen. Ganz und gar nicht digital treten Arcade Fire aus Montrealhier auf, mit Drehleier, Violine und einem großartigen Win Butler. Musikalisch nicht minder beeindruckend ist die neue EP der Yeah Yeah Yeahs, “Is Is”, die man wieder einmal bei 3voor12 vorhören kann. Oder aber die neue Platte von “Architecture in Helsinki”: sie erscheint offiziell erst Mitte August, kann aber hier bereits heute angehört werden. Ob diese Veröffentlichungen es aber in Listen wie diese (”10 landmark albums that made indie rock”) schaffen? Zu erwähnen ist auch das neue Netlabel WeePop-Records, das sich, wie unschwer zu erkennen ist, auf Twee-Pop und C86 spezialisiert hat und aucheiniges zum Download anbietet. So viel, dass man unbedingt eine 40 Gigabits-pro-Sekunden-Anbindung braucht, ist es nicht, aber es zählt ja nicht immer nur die Quantität. Zum Abschluss noch ein paar neue Bilder von Maximo Park:
Das Netlabel Wandering Ear hat sich mittlerweile einen guten Ruf für seine feinen Fieldrecordingreleases erarbeiten können. Gerade eben ist die siebte Veröffentlichung herausgekommen: “Edges: An Audio Portrait” von Lance Olsen. Darin begibt sich der Künstler auf die Spuren der Geschichte des Nanaimo Harbour auf Vancouver Island (Kanada). Das Album gibt es auf der Labelseite entweder komplett oder in einzelnen Tracks zum Herunterladen. Wie die anderen Releases steht auch “Edges” unter einer CC-Lizenz.
Nicht umsonst, sondern für 3 EUR erhältlich ist “The Hidden” von Mike Johnston (Bass, Shenhai, Flöte), Mike Gilmore (Vibraphon, Marimba, Saz, Guzheng, Percussion), Mike Khoury (Violine) und Kirk Lucas (Cello). Johnston und Gilmore entstammen der 70er und 80er Improjazz-Szene in Michigan und treten hier unterstützt von Khoury und Lucas als Kammerensemble auf. Diese Platte verbindet das avantgardistisch-improvisierte Jazz-Grundgerüst mit Einflüssen aus Asien, dem Nahen Osten und Afrika. Zwei Stücke daraus können auf dem Hidden-MySpace angehört werden.