Ethan Kaplan, Technologiechef von Warner und Blogger (Selbstbeschreibung: “He believes Jacques Derrida is the true father of the Internet”), hat die REM-Fans dazu aufgefordert, das Konzert ihrer Lieblingsband in Dublin mitzuschneiden was das Zeug hält. Die Ergebnisse sind hier anzusehen. An so etwas könnte ich mich gewöhnen.
Jetzt weiß ich, warum ich gestern immer so ein komisches Gefühl hatte, als bei der Fernsehausstrahlung von Bertoluccis Dreamers die Doors im Hintergrund liefen. Heute vor 36 Jahren ist Jim Morrison in Paris gestorben. Danke an den Schockwellenreiter für die Erinnerung. Deshalb auch von dieser Stelle ein Video eines ihrer besten Songs als Tribut:
Heute mal ein kurzer Beitrag aus der Rubrik “IncrediblyStrangeMusic“. Die üblichen Sammlungen seltsamster Musik legen den Schwerpunkt auf die US-amerikanische Popkultur, während die deutsche seltsame Musik meistens auf die üblichen Verdächtigen Heino oder Heintje reduziert wird. Dabei gibt es auch in der Gegenwart in Deutschland wunderbar schräge Musik. Zum Beispiel Michel Montecrossa. In der deutschen Wikipedia findet sich unter dem Lemma Aurobindo schon ein erster Hinweis auf den Musiker: “1969 machte der Künstler, Philosoph und Musiker Michel Montecrossa die Bekanntschaft mit Mira Alfassa, die sich zu einer kreativen Freundschaft entwickelte. Aus dieser Begegnung und den gemeinsamen Gesprächen entwickelten sich, in der Zeit von 1969 bis 1973, die Grundlagen für Mirapuri die Stadt des Friedens und des Zukunftsmenschen in Italien.” Mirapuri gibt es immer noch und dazu noch eine deutsche Dependance in Gauting bei München. Nun zur Musik. Montecrossa ist vielleicht dem ein oder anderen als leidenschaftlicher (”einzig wahrer”) Bob Dylan-Interpret bekannt. Und die Fachpresse zeigt sich immer wieder, na, beeindruckt über diese “alternative interpretations of the master’s work”. Aber seine Musik besteht nicht nur aus Dylan-Covers, sondern auch aus Eigenkompositionen, die Montecrossa selbst als “Cyberrock, futuristic Cyberrock” bezeichnet. Genauer: eine Mischung aus Bruce Lee, was die Musik angeht, und Picasso, was die Songtexte betrifft. Sagt Montecrossa. Und das klingt so:
Wenn irgendwo Zuckerwürfel so ausgelegt sind, dass sie den Schriftzug LSD bilden, dann weiß man: hier waren die Fugs am Werk. Eine der irrsten, aber auch witzigsten US-Untergrundbands. 1967, am 21. Oktober, hatten sie ihren großen Moment als sie sich unter Anrufung von Gott, Ra, Jehova, Anubis, Osiris, Tlaloc, Quetzalcoatl, Thoth, Ptah, Allah, Krishna, Chango, Chimeke, Chukwu, Olisa-Bulu-Uwa, Imales, Orisasu, Odudua, Kali, Shiwa-Shakra, dem Großen Geist, Dionysos, Jahwe, Thor, Bacchus, Isus, Jesus Christus, Maitreya, Buddha und Rama (sowie dem “heiligsten aller heiligsen Namen: Xabrax Phrexner”) vor dem Pentagon versammelten und ihr Stück “Exorcising The Evil Spirits From The Pentagon” aufführten. “Verbrennt das Geld, verbrennt das Geld, verbrennt es, verbrennt es” waren da noch die harmloseren Aufforderungen. Helmut Salzinger sieht die Fugs-Aktion als eine der besten Demonstrationen des politischen Gehalts, oder auch: der politischen Kraft, von Popmusik. Warum Diederichsen das Stück nur auf Platz 10 der 10 größten Protestsongs aller Zeiten sieht, weiß ich auch nicht. Da ich Exorcising leider nicht als Video gefunden habe, hier der LSD-Ausschnitt aus dem Film Chappaqua (1966).
Im Herbst (genauer: am 9. Oktober) ist es soweit: “The Flying Club Cup”, das gerade in der Blogosphäre heiß ersehnte Nachfolgealbum zu “Gulag Orkester” wird an diesem Tag veröffentlicht. Wem es zum Jubeln noch nicht reicht, dass Zach Condon auf dieses Album sogar einen 0. Track gepackt hat, der freut sich vielleicht darüber, dass Beirut bei diesem Livekonzert auch zwei Nummern aus dem neuen Album präsentiert haben (”Nantes” und “The Penalty”).
Tracklist:
00 A Call to Arms
01 Nantes
02 A Sunday Smile
03 Guaymas Sonora
04 La Banlieu
05 Cliquot
06 The Penalty
07 Forks and Knives (La Fête)
08 In the Mausoleum
09 Un Dernier Verre (Pour la Route)
10 Cherbourg
11 St. Apollonia
12 The Flying Club Cup
Sehr schöne Idee, diese Konzerte zum Mitnehmen (concerts à emporter) der Blogotheque. In der 10. Ausgabe waren die New Yorker GrizzlyBear dran, die durch die Straßen von Paris bummelten und währenddessen Lieder wie “The Knife” zum besten gaben. Das sah dann so aus (Band + The Knife + Straßen von Paris):
Und nun zum zweiten Teil des Experiments. Man nehme wieder die grundlegende Konfiguration, Band (diesmal allerdings Beirut statt den Grizzly Bears) + The Knife + Straßen von Paris, füge aber die ein oder andere Flasche Wein dazu. Das sieht dann so aus. Der Unterschied ist klar erkennbar, stimmts?
Über das nächste Album des Animal Collectives weiß man mittlerweile zwar schon den Titel (”Strawberry Jam”) und die Trackliste:
1. Peacebone
2. Unsolved Mysteries
3. Chores
4. For reverend Green
5. Fireworks
6. #1
7. Winter Wonder Land
8. Cuckoo Cuckoo
9. Derek
Auf den letzten Livekonzerten ist den aufmerksamen Zuhörern dann auch ein neuer Song aufgefallen, der zuerst von Panda Bear, dann auch von dem gesamten Kollektiv gespielt wurde. Die beiden mp3-Dateien gibt’s auf der Seite von gorilla vs. bear.
Mmmh. Justin Broadrick’s Version des Shoegazer-Metal macht unglaublich viel Spaß. Eine ausführliche Rezension der neuen Platte “Conqueror” gibt’s hier. So sieht es dann aus, wenn Jesu live ihr Abendmahl servieren: