Posts filed under 'klassik'

Cellomaschine (Ulrich Maiss, Lou Reed)

Add comment August 6th, 2007

Ulrich Maiss (aka Cellectric), deutscher Cellist, wird am 24. November in Berlin das 64 Minuten dauernde Stück “CelloMachine” aufführen. Das Stück ist eine Variation über Lou Reeds Metal Machine Music, das seinerzeit (1975) den Beginn des Industrial markierte. Wie im Vorbild soll es auch in Maiss’ Version mit viel Tremolo und Feedback zur Sache gehen: “It is very loud. It is an extreme piece of performing art”. Auch Lou Reed hat gefallen an dem Projekt gefunden: “It’s like a rock approach to the cello - if you thought of the cello as a guitar with a feedback: off you go!”. Maiss’ Vorbereitungen für die Konzerte (ein bisschen ähnelt das Ganze dem Trainingsplan für einen Marathonlauf) dokumentiert er in seinem Podcast und außerdem per Video:

13 (Arnold Schönberg)

Add comment July 22nd, 2007

Nachdem ich in diesem Beitrag aus damals gegebenem Anlass das Thema “Paraskavedekatriaphobie” (Angst-vor-Freitag-dem-Dreizehnten) angesprochen habe, hier nur noch ein kurzer Hinweis auf einen Fall ihrer kleinen Schwester, der “Triskaidekaphobie” (Angst-vor-Dreizehn). Es geht um Arnold Schönberg, den wichtigen kompositionstechnischen Erneuerer des frühen 20. Jahrhunderts. In dieser Abhandlung kann man mehr darüber lesen, zum Beispiel Folgendes:

In Autographen wurden Fehler, die Schönberg auf Seite 13 entdeckte, mit dieser notorischen Unglückszahl in Verbindung gebracht, im Opernfragment Moses und Aron entzog er letzterem den Doppelvokal, um einem Titel mit 13 Buchstaben zu entgehen usf. Auch lebensweltlich finden sich zahlreiche Dokumente dieser Schönbergschen Triskaidekaphobie. Bspw. die fatalistische Rechnung, die er in einem Brief an Webern für sein 52. ( = 4 x 13) Lebensjahr 1926 (26 = 2 x 13) aufmachte, oder Zahlenoperationen, mit denen er in einer Notiz 1928 seine Berliner Adresse und Telephonnummer ihrer Schicksalhaftigkeit überführte. Übrigens wurde Schönberg an einem 13. geboren und starb, wovor er – wie seine Frau berichtete – “große Angst” hatte, am Freitag, den 13. Juli 1951.

Übrigens wurde Arnolds Sohn Rudolf Ronald an einem 26. geboren. Vom Arnold Schönberg-Centrum gibt’s auf YouTube zahlreiche Dokumentationen, unter anderem diese hier (man beschte Gertrud Schönbergs Brille!):

Baby am Bauch (Les Savy Fav)

Add comment July 16th, 2007

Wenn immer mehr Atomkraftwerke (klingt irgendwie dramatischer als Kernkraftwerke) Inkontinenzprobleme haben (danke, fefe) ist es an der Zeit, sich in die Sommerpause zu verabschieden. Meint zumindest Rainald Goetz. Man könnte allerdings auch eines der feinen Sommerfestivals besuchen wie zum Beispiel das Musikfest Berlin 07 mit den großen Komponisten des frühen 20. Jahrhunderts Ives, Debussy und Varèse oder das Internetfilmfestival (klingt fast so schön wie Atomkraftwerk) webcuts.07. Oder man schnallt sich sein Baby an den Bauch und spielt ein paar Takte Rockmusik vor johlendem Publikum. So geschehen auf dem Citysol-Festival in NYC (Wer war’s? Syd Butler, Bassist von Les Savy Fav.)

Kratzer in der Metallmaschine (Zeitkratzer, Lou Reed, Iannis Xenakis)

1 comment July 10th, 2007

Im September gibt es gleich zwei Veröffentlichungen des Berliner Zeitkratzer-Ensembles um Reinhold Friedl auf dem Asphodel-Label. Zum einen die 2002er Aufführung von Metal Machine Music, dem avantgardistischen Noise-Werk von Lou Reed aus dem Jahr 1975, das damals eigentlich nur missverstanden wurde und nach drei Wochen vom Markt genommen wurde. Die überwiegend elektrische MMM wurde nun von den Zeitkratzern in eine Kammermusik-Variante übertragen. Mit der zweiten Veröffentlichung “Xenakis [a]live!” verbeugen sich Friedl und das Zeitkratzer-Ensemble vor dem griechischen Komponisten und Electronica-Pionier Iannis Xenakis (1922-2001). Auch hier bestand die größte Herausforderung darin, die elektronisch erzeugten Studio-Sounds mit den Mitteln klassischer Instrumente neu zu erfinden. Leider konnte ich keine Videos der Stücke finden, stattdessen aber dieser Mittschnitt vom Etnafest im Januar:

Das Klavier als Schlagzeug (Anthony Pateras)

Add comment June 22nd, 2007

Wie klingt es, wenn man ein Klavier in ein “psychoakustisches Perkussionsorchester” verwandelt, respektive präpariert? Der australische Komponist und Pianist Anthony Pateras (Pateras/Baxter/Brown-Trio) hat dazu ein paar Ideen, in die man auf der Seite von sirr hineinhören kann. Beachtenswert und erschreckend.

Tracklist:
1. residue (Ausschnitt 1, Ausschnitt 2)
2. chasms
3. descent

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