Doowop-Croonerpop der allergänsehautigsten Sorte mit wunderbaren TingeltangelJinglejangle-Passagen, hippeligen Bassläufen und immer wieder subtilen oder nicht-so-subtilen Reminiszenzen an Morissey und James könnt ihr euch mit Cass McCombs neuem Track “That’s That” ins Wohnzimmer holen. Am 9. Oktober kommt dann das ganze Album “Dropping the Writ” und das wird wohl zur herbstlichen Pflichtausstattung gehören, oder (auch wenn man sowenig Platten kauft wie Freerk)? Und bis dahin klappt es vielleicht auch mit einer ordentlichen Webseite, Herr Combs.
Mit dem Animal Collective, die übrigens wieder neue Erdbeerschmierereien veröffentlicht haben, hat es die amerikanische Postfolk-Bewegung mittlerweile bis in die oberen Ränge der Kritikercharts geschafft. Etwas im Schatten dieser Band steht jedoch der erst 26jährige Songwriter und Dichter Devendra Banhart, der “Gandalf of the Nu Beardie movement“. Am 25. September erscheint unter dem ebenso bildmächtigen wie kuriosen Titel “Smokey Rolls Down Thunder Canyon” seine neue Platte. Aber er hat versprochen, bis zum Herbst jeden Freitag neue Tracks auf seine Homepage zu stellen, so dass man sich bereits jetzt einen Eindruck von seinem neuen musikalischen Arbeitsprogramm machen kann. Schon jetzt kann man die rockige Nummer “Tonada Yanomaminista” anhören, die nicht nur durch den spitzen Schlussschrei einige Anleihen bei Jim Morrison und den Doors macht. Außerdem die Tiefe-suggerierende Pianonummer “Rosa” (auch diese ist gar nicht so weit entfernt von den “People are strange”-Doors). Die Musikbloggerszene zeigt sich überzeugt von diesen Appetithäppchen: “Really, nicely played Devendra”, schreibt das prefixmax und wünscht sich, die Strokes hätten mit ihrem letzten Album eine ähnliche Entwicklungsfähigkeit demonstriert; So Indie it hurts ist der Meinung, “these new songs make my love him even more”; Yiyo (Deaf Indie Elephants) ist besonders angetan von dem Titel: “como me agrada ese título”; aber nicht nur in Caracas, sondern auch in Münster findet man das Material “ausgesprochen gut”; und Gorilla vs. Bear meditiert über die Frage, was daran denn Space Reggae sein soll.
Irgendwie ist es kein Wunder, dass sich die Musikindustrie in der Krise befindet. Wenn CDs auf einmal so produziert werden, dass der Durchschnittsunklehörer nicht dazu in der Lage ist, diese zu öffnen (hier gibt es die offizielle Anleitung), werden sich digitale Vertriebswege legaler wie illegaler Art wohl in Zukunft nur noch weiter durchsetzen. Leichter zu öffnen, wenn auch musikalisch einigermaßen anspruchsvoll, ist die jüngste EP-Veröffentlichung des Leaf Labels, auf der sich acht Tracks zwischen ungarischer, serbischer, rumänischer Folklore und Klezmer von A Hawk and a Hacksaw befinden, auf denen neben dem Hun Hangár Ensemble (natürlich: aus Ungarn) auch Beirut-Musikanten mitwirken (Hörbeispiele gibt’s hier). In der New York Times äußert sich Jeff Tweedy (Wilco) sehr positiv über die Band, die er schon länger verfolgt (überhaupt: guter Musikgeschmack). Ach, und live sieht das dann in etwa so aus:
Nachdem ich bereits in diesen Kurzmitteilungen auf das Video zum Song “Nothing Changes Around Here” der Thrills hingewiesen habe; einer Band aus Irland, die nicht nur (aber auch) deshalb überzeugen, weil sie einen Sänger haben, der wie Rod Steward aus der Faces-Zeit klingt und dabei aussieht wie Matt Dillon in Rumble Fish. Jetzt gibt’s auf dieser Seite noch einen weiteren schlagenden Beweis dafür, dass das kommende Album (ich würde sogar sagen: Konzeptalbum) “Teenager” eine Wucht wirdist (dass sie großartige Singles produzieren können, haben sie mit “Big Sur” oder “Whatever Happened to Corey Haim?” bereits deutlich unter Beweis gestellt). “And I know, this year could be our year!”
Hier noch einmal das wunderbare “Big Sur” zur Erinnerung:
Wenn man mit Freunden in der kanadischen Wildnis Drogen nimmt, so kann es nicht nur passieren, dass man ganze Breitwände voller Farben sieht oder eine Eingebung, wie der bald erscheinende Wälzer “Harry Potter and the Deathly Hollows” endenwird. Nein, unter Umständen findet man eine Lösung auf die schwierige Aufgabe, sich einen neuen Künstlernamen ausdenken zu müssen, da der Besitzer des alten Namens vor Gericht dagegen vorging. So geschehen im Fall des promovierten Mathematikers Daniel V. Snaith, der 2004 nicht mehr Manitoba hieß, sondern Caribou. Die Assoziationen (Wildnis, Kanada, plätschernde Flüsse, Wälder) blieben aber in etwa dieselben, was auch für die Musik gilt. Am 31. Juli wird mit “Melody Day” die erste Vorabsingle des neuen Albums erscheinen, im August dann das Album “Andorra” mit den folgenden Tracks, die übrigens auf der CitySlang-Seite (wie bereits im Fall des neuen Stars-Albums) alle schon jetzt angehört werden können. Zwar nicht in voller Länge, aber für einen ersten Eindruck ist das ausreichend.
Anfangs hat es doch einigeein bisschen verwirrt, dass Cate Blanchett eine der Bob-Dylan-Rollen in seiner filmischen Biographie “I’m Not There” übernehmen sollte. Wenn man die ersten Ausschnitte daraus sieht, merkt man, dass hier wirklich eine passende Schauspielerin gefunden wurde.
Herzlichen Glückwunsch zum 60. Geburtstag, Arlo Guthrie! Ich weiß nicht, wie oft ich Alice’s Restaurant gesehen habe, wie oft ich mich über die Lyrics des Motorcycle Songs amüsiert habe oder wie oft ich kurz vor dem Einschlafen mich von der City of New Orleans in den Schlaf schaukeln ließ.