Manchmal ist es schwer, die feine Linie zwischen Incredibly Strange Music und Kunst zu ziehen. Bei den unter CC-Lizenz veröffentlichten akusmatischen Werken der “Aural Initiative, die sich selbst als “schizophrenic collective” bezeichnet (”The Adventures of Al Babaloo Along the Sonic Highway”, “ni aga de nots” und dem gerade frisch veröffentlichten “circle of strangers”) bin ich da noch zu keinem Ergebnis gekommen. Es klingt auf jeden Fall weird. Sehr weird. Für “Sonic Narcotics”-Einsteiger noch eine kurze Warnung: die Stücke auf der Seite sind ganz normal verlinkt, obwohl man das nicht sieht. Einfach draufklicken was das Zeug hält. Und dann bitte ein kurzes Statement an mich, ob Kunst oder Freakshow.
Zur Entspannung in der Mittagspause kommt dieses Spiel von Major Miner genau richtig. Man hört ein Musikstück und muss dann die Tags erraten, die andere Hörer diesem Stück gegeben haben. Also zum Beispiel:
* Genre – rock, pop, electronic, hip hop
* Style – trip hop, post punk, electro-pop, drum and bass
* Instruments – rhodes, piano, drum machine, bleeps, strings
* Tempo – screaming, dragging, fast, shimmy, boogey, shuffle
* Dynamics – screaming, whisper, loud, soft
* Mood – happy, depressing, invigorating, soothing
* When you’d listen to it – saturday night, driving, middle school dance, break up
* Lyrics – wayward son, all night long, rocky raccoon
* Vocal style – growl, hiss, scream, choke, chant
Für erratene Tags bekommt man Punkte, wenn man kreative Tags verwendet, die dann aber auch von anderen Benutzern genommen werden, bekommt man auch etwas dafür. Spaßig. BTW: Ich bin “fu”, wer seid ihr?
Heute mal ein kurzer Beitrag aus der Rubrik “IncrediblyStrangeMusic“. Die üblichen Sammlungen seltsamster Musik legen den Schwerpunkt auf die US-amerikanische Popkultur, während die deutsche seltsame Musik meistens auf die üblichen Verdächtigen Heino oder Heintje reduziert wird. Dabei gibt es auch in der Gegenwart in Deutschland wunderbar schräge Musik. Zum Beispiel Michel Montecrossa. In der deutschen Wikipedia findet sich unter dem Lemma Aurobindo schon ein erster Hinweis auf den Musiker: “1969 machte der Künstler, Philosoph und Musiker Michel Montecrossa die Bekanntschaft mit Mira Alfassa, die sich zu einer kreativen Freundschaft entwickelte. Aus dieser Begegnung und den gemeinsamen Gesprächen entwickelten sich, in der Zeit von 1969 bis 1973, die Grundlagen für Mirapuri die Stadt des Friedens und des Zukunftsmenschen in Italien.” Mirapuri gibt es immer noch und dazu noch eine deutsche Dependance in Gauting bei München. Nun zur Musik. Montecrossa ist vielleicht dem ein oder anderen als leidenschaftlicher (”einzig wahrer”) Bob Dylan-Interpret bekannt. Und die Fachpresse zeigt sich immer wieder, na, beeindruckt über diese “alternative interpretations of the master’s work”. Aber seine Musik besteht nicht nur aus Dylan-Covers, sondern auch aus Eigenkompositionen, die Montecrossa selbst als “Cyberrock, futuristic Cyberrock” bezeichnet. Genauer: eine Mischung aus Bruce Lee, was die Musik angeht, und Picasso, was die Songtexte betrifft. Sagt Montecrossa. Und das klingt so:
Eigentlich ist es ganz einfach. Piano ist out. Wer so wirklich in sein will, macht es nicht unter einem präparierten Piano. Aber wer es richtig drauf hat, spielt heute Heizung. Diesem neuen Instrument und seinen verschiedenen Pfeif- und Rauschgeräuschen widmen sich Nicolai Stephan, Asmus Tietchens, Stefan Funck und Gregory Büttner auf der Platte “Heizung Raum 318″, die gerade bei 1000füssler veröffentlicht wurde. Auf der 1000füssler-mySpace-Seite gibts ein paar Klänge zum Probehören.
Tracklist:
1) Stefan Funck: version paris-dakar
2) Stefan Funck: version hare
3) Gregory Büttner: heiz
4) Asmus Tietchens: keine Wärme
5) Nicolai Stephan: ziehung
6) Stefan Funck: version vier häuser
7) Stefan Funck: version almöhi
8 ) sourcematerial / ausgangsmaterial
spricht Ulf Schönert im Stern. Genauer: von den 20 Millionen Nutzern des Internetradios-und-Hitparadengenerators last.fm. Und in einem kurzen Satz lässt sich dann auch das Prinzip des Web2.0 veranschaulichen
Wer zum Beispiel bei Metallica “Lieben” klickt und bei Bee Gees “Bannen”, bekommt mehr Hard Rock und weniger Schnulz.
Wer Lust hat und auch noch jemanden, der ihm das Internet bedient, kann sich hier ein bisschen mit einer geflashten Roland TR-909 vergnügen. Macht Spaß.