Anfangs hat es doch einigeein bisschen verwirrt, dass Cate Blanchett eine der Bob-Dylan-Rollen in seiner filmischen Biographie “I’m Not There” übernehmen sollte. Wenn man die ersten Ausschnitte daraus sieht, merkt man, dass hier wirklich eine passende Schauspielerin gefunden wurde.
Erotik, Sex, Vampire, Parties, spanische bis japanische Musik, geheimnisvolle Frauen - die Kurzzusammenfassung eines Quentin Tarantino-Films? In diesem Fall nicht. Stattdessen geht es um das berühmt-berüchtigte Transgender-Frühwerk “FlamingCreatures” (download) des US-amerikanischen Off-Regisseurs Jack Smith (1932-1989). Dieser Film wurde so ziemlich überall dort, wo er gezeigt wurde, sofort verboten (und dürfte es in den USA sogar immer noch sein). Dank ubuweb können wir nun nachvollziehen, warum Smith als einer der Begründer der Camp-Ästhetik gilt. Faszinierend ist auch sein Einsatz von Musik in der langen Schlussszene des Films, wo der Soundtrack eines alten Hollywood-Ali-Baba-Films gleichzeitig mit zeitgenössischer Radiopopmusik läuft - ein verstörender Effekt. Zu den Bewunderern von Smiths Arbeiten gehören unter anderem Laurie Anderson, Robert Wilson und John Waters.
“In diesem Krieg sind alle Tricks erlaubt” singt Dirk von Lowtzow in dem wundervollen Track “Verschwör dich gegen dich” auf der neuen Platte, die jetzt endlich in das gleißende Licht der Öffentlichkeit getreten ist. Und am allerbesten passt dieser Spruch auf den Krieg formally known as Animationsfilmgeschäft. Wie Selbstzitate auf hohem Niveau aussehen können, wird hier deutlich. Danke für die Aufklärung.