Der ästhetische Schein wird zum Glanz, den Reklame an die Waren zediert, die ihn absorbieren; jenes Moment der Selbständigkeit jedoch, das Philosophie eben unterm ästhetischen Schein begriff, wird verloren.
Manchmal schafft aber gerade die Reklame wieder einen Sprung in die ästhetische Selbständigkeit. Es muss nur der Kontext stimmen, so wie in diesen Abbildungen. Sieht so aus, als hätte sich die Reklame hier einen gehörigen Schluck Surrealismus zu sich genommen. ParasitäreStrategie ohne Parasit?
Während einem hier nichts anderes als Schwitzen übrigbleibt, passiert woanders die Welt: Die Lebensmittelpreise steigen weltweit in einem beunruhigenden Maß, sagt der Internationale Währungsfonds. Das bedeutet: in Zukunft sollte man seine Ernährung umstellen auf Luft und Liebe. Da kommen doch diese Icons gerade recht, mit denen Gregory M. Dizzia seine Beziehungen in den letzten 23 Jahren grafisch darstellt. Und auch der Flickr-Protest des Schockwellenreiters geht weiter und setzt auf sommerliche Motive und Bekleidungsformen. Eine Variante ist das: auf Spreeblick wird seit gesterngetanzt (und René ist im Gegensatz zu den ganzen “Deltakommentatoren” begeistert davon). Ob Slow à la David Michalek, Samba oder Boogie Woogie, weiß ich allerdings nicht. Wichtig ist, dabei den richtigen Text zu wissen, insbesondere die Steigerungsform von Kraftausdrücken (meint Volker Pispers). Aber auch das Popuniversum schläft nicht, sondern spricht zu uns (wenn es nicht gerade seine Neuerscheinungen verschenkt wie Prince das tut). Denn unser aller Lieblingsband Animal Collective hat dem portugiesischen Radiomagazin Máfama ein Interview gegeben als sie in Lissabon für ihre Sommertournee geprobt haben. Coast Is Clear empfielt die NuGazer das neue Material von Airiel: “sehr knackig, aber von vorne bis hinten gelungen.” Und bevor ich’s vergesse. Auch in “Helsinki” wird dank Concerts a emporter getanzt. Der Beweis:
Wenn immer mehr Atomkraftwerke (klingt irgendwie dramatischer als Kernkraftwerke) Inkontinenzprobleme haben (danke, fefe) ist es an der Zeit, sich in die Sommerpause zu verabschieden. Meint zumindest Rainald Goetz. Man könnte allerdings auch eines der feinen Sommerfestivals besuchen wie zum Beispiel das MusikfestBerlin 07 mit den großen Komponisten des frühen 20. Jahrhunderts Ives, Debussy und Varèse oder das Internetfilmfestival (klingt fast so schön wie Atomkraftwerk) webcuts.07. Oder man schnallt sich sein Baby an den Bauch und spielt ein paar Takte Rockmusik vor johlendem Publikum. So geschehen auf dem Citysol-Festival in NYC (Wer war’s? Syd Butler, Bassist von Les Savy Fav.)
Während ich darauf warte, dass ich zu Grand Central eingeladen werde und mich darüber wundere, dass Mattel’s Onlineplattform Barbie Girls das neue Second Life oder World of Warcraft wird und zwei Weine aus Übersee die bekanntesten Weinmarken der Welt sind, kommt mit “To Blog or Not to Blog - That’s the Question” des ZeelandersMaurits Fondse eine erstklassige Hookline dahergetubed und verschafft mir einen neuen Ohrwurm:
Nun ist es passiert, die ersten Tracks des neuen Animal Collective-Albums “Strawberry Jam” wurden an irgendeinem verlassenen Strand des Internet angespült. Pat von Pop Tarts hat dort zwei Songs mit den Namen “Fireworks” und “#1″ aufgelesen. Unfall oder virales Marketing? Egal, die Songs sind klasse. Und ein Video gibt’s anscheinend auch schon zu “Fireworks”:
Im Herbst (genauer: am 9. Oktober) ist es soweit: “The Flying Club Cup”, das gerade in der Blogosphäre heiß ersehnte Nachfolgealbum zu “Gulag Orkester” wird an diesem Tag veröffentlicht. Wem es zum Jubeln noch nicht reicht, dass Zach Condon auf dieses Album sogar einen 0. Track gepackt hat, der freut sich vielleicht darüber, dass Beirut bei diesem Livekonzert auch zwei Nummern aus dem neuen Album präsentiert haben (”Nantes” und “The Penalty”).
Tracklist:
00 A Call to Arms
01 Nantes
02 A Sunday Smile
03 Guaymas Sonora
04 La Banlieu
05 Cliquot
06 The Penalty
07 Forks and Knives (La Fête)
08 In the Mausoleum
09 Un Dernier Verre (Pour la Route)
10 Cherbourg
11 St. Apollonia
12 The Flying Club Cup
Sehr schöne Idee, diese Konzerte zum Mitnehmen (concerts à emporter) der Blogotheque. In der 10. Ausgabe waren die New Yorker GrizzlyBear dran, die durch die Straßen von Paris bummelten und währenddessen Lieder wie “The Knife” zum besten gaben. Das sah dann so aus (Band + The Knife + Straßen von Paris):
Und nun zum zweiten Teil des Experiments. Man nehme wieder die grundlegende Konfiguration, Band (diesmal allerdings Beirut statt den Grizzly Bears) + The Knife + Straßen von Paris, füge aber die ein oder andere Flasche Wein dazu. Das sieht dann so aus. Der Unterschied ist klar erkennbar, stimmts?
Ich weiß nicht, ob es an dem warmen Frühlingswetter oder der Zeitumstellung liegt, aber zur Zeit gibt es ein musikalisches Geschenk nach dem anderen. Gerade einmal fertig mit dem Durchhören des sehr gelungenen metawelle-Samplers, meldet Uliuli, dass der US-Sender “Adult Swim” ebenfalls eine Compilation zum Downloaden anbietet (allerdings wohl nicht unter einer CC-Lizenz). Die auf dem Album vertretenen Künstler können sich jedenfalls mehr als sehen lassen: TV On The Radio, Broken Social Scene, The Rapture, Asobi Seksu, The Good, The Bad & The Queen, Liars, Jesu, Fennesz, Les Savy Fav, The Raveonettes, 120 Days, The Brother Kite, Sound Team und Amusement Parks On Fire. Wow.
Über das nächste Album des Animal Collectives weiß man mittlerweile zwar schon den Titel (”Strawberry Jam”) und die Trackliste:
1. Peacebone
2. Unsolved Mysteries
3. Chores
4. For reverend Green
5. Fireworks
6. #1
7. Winter Wonder Land
8. Cuckoo Cuckoo
9. Derek
Auf den letzten Livekonzerten ist den aufmerksamen Zuhörern dann auch ein neuer Song aufgefallen, der zuerst von Panda Bear, dann auch von dem gesamten Kollektiv gespielt wurde. Die beiden mp3-Dateien gibt’s auf der Seite von gorilla vs. bear.
Dann können wir damit eine Menge Spaß haben. Für den Anfang hier ein paar Blogs nicht nur prominenter, sondern auch interessanter Personen aus dem Musikuniversum: Peter Hook (New Order), Robert Fripp (King Crimson-Legende), David Byrne (Talking Heads), Bob Mould (Hüsker Dü, Sugar, bloggt auch über Knut).