Endlich merkt auch der Großraum München einmal wieder, dass das Prinzip Sonne immer noch ab und zu funktioniert. Zur Feier dieser Wetterverbesserung im Folgenden das Video zu “Little Fluffy Clouds” von The Orbs Album “The Orb’s Adventures Beyond the Ultraworld”. Darin erzählt uns die angenehm verschnupfte Ricky Lee Jones einiges über die Wolkenfarben und -formen des Arizoner Himmels. Die Verwendung verschiedenster Samples wie das erwähnte Jones-Interview, aber auch die Mundharmonika von “The Man With The Harmonica” aus dem “Once Upon a Time in the West”-Soundtrack von Ennio Morricone sowie ein paar Ausschnitte aus Steve Reichs “Electric Counterpoint” ermöglichten Alex Paterson und Martin Glover hier 1990 einen Track zu schaffen, der sich als wegweisend für das junge Subgenre des tanzbaren Ambient-Techno erweisen würde.
Nachdem es gar nicht lange her ist, dass mich der Song “Melody Day” von Caribou hellauf begeistert hat, kommt hier schon der ruhige Nachfolger “Irene” mit einem schönen Video (hier als Quicktime) für uns Naturfreunde (produziert von Nic Brown und David James) (via):
Christoph Braun empfiehlt auf spex.de, in die neue Remix-Sammlung Surf Boundaries Addendum des Gitarristen und Laptopkünstlers Christopher Willits aus San Francisco (schon wieder Kalifornien) hineinzuhören, die es hier zum kostenlosen Download gibt. Darauf findet man neben diesen zwei Tracks auch noch drei Videos:
The Dead Texan (Kranky) remix of “Colors Shifting”
To Rococo Rot’s Robert Lippok (Domino) remix of “Yellow Spring”
Ich empfehle, dazu diese, diese und diese Bilder auf sich wirken zu lassen [danke, Urban Desire, information aesthetics, Surveillance Studies]. Und wer mit langsam mäandernden, schwebenden Ambientklängen und Elektrogeraschel nichts am Hut hat, der wird vielleicht bei MC Winkel fündig. Keine Surfmusik, aber immerhin was mit Strand.
Einer der ganz großen Pioniere der elektronischen Musik in Frankreich ist mittlerweile fast in Vergessenheit geraten: Richard Pinhas, der nicht nur mit der Elektrorockgruppe Heldon (vorher: Schizo) eine ganz eigene Musik zwischen Progrock, Krautrock, Ambient und Minimal-Music im Stil von Terry Riley schuf, sondern auch für seine Zusammenarbeit mit dem Philosophen Gilles Deleuze bekannt war (Pinhas führt mit Webdeleuze eine der interessantesten Webseiten über Deleuze). Seine dritte Soloplatte “Iceland” gilt als seine beste, ich höre gerade die Zusammenarbeit mit dem französisch-katalanischen Künstler PascalComelade, “Oblique Sessions II” (1999) mit großem Genuss rauf und runter. Auf dieser Seite gibt’s nicht nur ein Interview mit Pinhas, sondern auch eine mp3-Aufnahme einer seiner Projekte mit Deleuze.