Posts filed under '80s'

Dave Gahans Kingdom in New York

1 comment October 24th, 2007

Am Dienstag hat David Gahan (Depeche Mode) im New Yorker Apple Store ein paar Lieder aus seiner neuen CD “Kingdom” präsentiert (hier gibt’s ein paar Fotos dazu). Die Setlist für den Abend sah so aus:

  1. Saw Something
  2. Kingdom
  3. Deeper And Deeper
  4. Use You
  5. Endless
  6. A Little Lie
  7. Miracles

Da das Ganze in einem Apfelladen stattgefunden hat, darf man wohl davon ausgehen, dass dieses Konzert früher oder später auch auf iTunes verfügbar sein wird. Damit kann sich Gahan aber Zeit lassen, denn zunächst will schließlich das am Montag veröffentlichte Album “Kingdom” sorgfältig durchgehört werden. Zum Beispiel der Titeltrack:

And here they are, Jayne Mansfield …

1 comment October 9th, 2007

aachen.PNGEine der spannendsten Filmkritiken hat Uwe Nettelbeck mit “Titanic Revisited” verfasst. Der ganze Text richtet die Aufmerksamkeit nur auf die Rolle der Hände in dem Film. Wer den Text einmal durchgelesen hat, kann sich Titanic nie mehr ansehen, ohne auf krumme Hände, gerade Hände, junge Hände, alte Hände, flehende Hände, helfende Hände, liebende Hände usw. zu achten. Etwas ähnliches könnte passieren, wenn man mit den “fünfzig besten Brüsten der Filmgeschichte” in “dieser Serie” (gedacht als Beitrag zum National Breast Cancer Awareness Month) durch ist. Von Mae West, mit der die weiblichen Kurven auf die Leinwand kamen, über Jane Mansfields “beeindruckendes 40D-Profil” bis zu “Double Agent 73″ Chesty Morgan.

(Abbildung: Hans von Aachen, “Allegorie von Friede, Kunst und Reichtum”, 1602, Detail, Quelle: http://www.zeno.org - Zenodot Verlagsgesellschaft mbH)

Der Mann, der zwei Musikgenres erfand (The 13th Floor Elevators, Roky Erickson, Primal Scream)

Add comment September 16th, 2007

hanf.pngGefragt danach, wo denn die psychedelische Rockmusik der 1960er und 1970er Jahre ihren Anfang genommen hat, würden wohl die meisten ohne mit der Wimper zu zucken antworten: San Francisco, Height/Ashbury. Tatsächlich waren es jedoch die 13th Floor Elevators aus dem texanischen Austin, die begonnen haben, Popmusik mit Drogenerfahrungen aller Art zu kreuzen und diesen Hybriden namens Psychedelic Rock heranzuzüchten, mit dem Bands wie die Grateful Dead, die Byrds oder Jefferson Airplane in den 1960ern auf diversen Hippiegatherings hausieren gingen. Die Elevators waren sogar die ersten, die ihre Musik als “psychedelisch” bezeichnet haben: Ihr erstes Album aus dem Jahr 1966 hieß “The Psychedelic Sounds Of The 13th Floor Elevators”.

Die Band schaffte es nur bis 1969, da ihre Bandleader, der geniale Roky Erickson, nach einer Verhaftung als psychisch krank (Diagnose: Schizophrenie) im Rusk State Mental Hospital wiederfand. Doch nach seiner Entlassung rappelte Roky sich wieder auf und erfand nebenbei mit dem Punk Rock ein neues Musikgenre. Über die Geschichte dieses Musikers hat Keven McAlester eine Dokumentation mit Titel “You’re Gonna Miss Me” gedreht. Hier der Trailer des Films sowie ein wundervoller Elevators-Song, der 1999 in der Cover-Version von Primal Scream eine Renaissance des Psychedelic Rock eingeleitet hat.


(Abbildung aus Wikipedia)

Es bleibt in der Familie (Van Halen, Police)

Add comment September 2nd, 2007

vanhalen.pngKaum ist man mal eine Weile weg, schon überschlagen sich die Ereignisse. Nachdem Police die sicher auch finanziell bemerkbaren Freuden des Reunion-Geschäftes genießen durften, haben sich nun auch die Jungsrocker Van Halen zu diesem Schritt entschieden. Doch es ist nicht so einfach, wie es scheint, denn an dieser Stelle muss die Frage kommen: welche Van Halen? Schließlich gab es die ein oder andere Band, die unter diesem Namen über die Bühnen gehüpft ist und deren zentralen Akteure nun so überhaupt nichts mehr miteinander zu tun haben wollen. Im aktuellen Fall geht es um die Dave Lee Roth-Halens, die im Herbst durch einige nordamerikanische Großstädte touren werden. Dementsprechend ist weder Sammy Hagar mit dabei, noch Gründungsbassist Michael Anthony, der durch Eddie Van Halens minderjährigen Sohn Wolfgang ersetzt wurde. Feine Augen wollen bemerkt haben, dass diese Ersetzung auch auf dem auf der Webseite abgebildeten Plattencover von “Van Halen I” stattgefunden hat.

Zur Feier der Meldung - und weil es zudem zu den diversen Nichtraucherschutzgesetzesänderungen von gestern passt - hier noch eine Aufnahme des ultimativen Poser-Tapping-Solos “Eruption”:

50 x Sex (IFC, Nerve)

Add comment August 4th, 2007

Willkommen im Poplog-Nachtprogramm. Sexszenen gab es in dem Filmrätsel, das jetzt schon einige Tage durch die Blogosphäre tobt, bislang noch nicht. Dabei sind sie es doch, die häufig darüber entscheiden, ob ein Film als Skandal in die Geschichte eingehen wird (man denke an Donald Sutherland und Julie Christies Sexszene in “Wenn die Gondeln Trauer tragen” von Nicolas Roeg) oder nicht. Für Leute die von Sexszenen nicht genug bekommen können, hat IFC News in Kooperation mit Nerve jetzt eine Hitliste der 50 besten davon erstellt. Von 1896 bis 2006. Und woran erkennt man eine gute filmische Sexszene? Die Autoren drücken es nach vielen “durchgearbeiteten Nächten” so aus: “we just know it when we see it, whether it shocks us, titillates us, turns us on, breaks our hearts or confounds our expectations.” Hier gibt’s die Plätze 50-46, 45-41, 40-36, 35-31, 30-26, 25-21, 20-16, 15-11, 10-6, 5-1. Ein beachtlicher Teil davon sogar mit Videoausschnitten. Was ist eure Nummer eins? (via)

C’era una volta il West (Hard-Fi, Frankie goes to Hollywood, Blur, The Clash)

2 comments July 30th, 2007

hardfi.pngEeeh-eeeh-eeeh, Oooh-oooh-oooh und Aaah-aaah-aaah heißt es im Refrain der neuen Vorabsingle “Suburban Nights” der Westlondoner (genauer: aus Staines, dem Ort der Unterzeichnung der Magna Charta) Hard-Fi. Eigentlich wollen sie ja nach Wut, Leere, Ödnis und so weiter klingen. Für mich ist der Song eine schöne Demonstration, dass es im musikalischen Nachlass von Frankie goes to Hollywood noch einiges zu holen gibt. Bis zu dem ungeduldig erwarteten Nachfolger des Hitalbums “Stars of CCTV” dauert es zwar noch etwas (31. August), aber mittlerweile sind schon einige Details über das Album ans Licht gekommen: es wird “Once Upon a Time in the West” heißen und anstelle einer teuren Schwarz-weiß-Abbildung der Band nur den orangefarbenen Schriftzug “Expensive Black & White Photo of Band. Not Available” auf einem schlichten schwarzen Hintergrund tragen. Das soll natürlich, wie schon die bis ins äußerste getriebene Überwachungskamerabildwelt auf SOCCTV, subversiv wirken (und falls das mit dem Cover noch nicht klar wird: Richard Archer singt immer wieder von ihrem Vorstadtärger). Zurück zur Musik. Neben dem erwähnten 80s-Postwave-Diskosongs “Suburban Nights” findet sich mit “You and Me” noch eine weitere Nummer auf der Seite, die zunächst an eine Kreuzung aus Blur und The Clash erinnert, dann aber durch einen ordentlichen Kopfstimmenchorus überrascht. Die Reaktionen auf die bisherigen Tracks liegen zwischen “very good“, “Och ja, gar nicht mal so übel“, “big-ass disappointment” und “not as good as their mind-blowing debut album“. Es wird also spannend. UPDATE: Interessanterweise zeigt sich Peter Flore (Intro) ziemlich begeistert von diesem “durchweg überzeugende Album”.

Doch urteilt selbst, nachdem ihr das Video zu Suburban Nights gesehen habt (via kulturni program):

Strandträume (Tim Gaze Band, The Eagles, Rabbit Bartholomew)

Add comment July 28th, 2007

timgaze.jpgIch geb’s zu: die Überschrift “Strandträume” ist Kitsch. Da sind wir uns wahrscheinlich alle einig. Aber sie passt so wunderbar zu der Band, auf die ich nun hinweisen will: Die australischen Surf-Legenden “Tim Gaze Band” (Homepage 1996). Gerade ist die Platte “Band on the Run” aus dem Jahr 1979 (damals der Soundtrack zu einem eher weniger erfolgreichen Surf-Film mit Rabbit Bartholomew) wieder aufgelegt worden und auf iTunes oder Napster verfügbar. Und es lohnt sich wirklich, da einmal hineinzuhören. Zwar ist der Chorus auf den Gitarren etwas zu dick aufgetragen und die die Mischung aus Westcoast und Softsoul ist nicht mehr zeitgemäß, aber dennoch eine interessante Mischung aus der Leichtigkeit der Surfmusik (z.B. “Rivers” mit seinen Anklängen an “Hotel California” von den Eagles), langen psychedelischen Songs à la Pink Floyd (”Bermuda”, “Oceans”) und tanzbaren Discosongs (”Brothers and Sisters”, “Mauritius”). Am besten sind sie in den Liedern, die einfach nur Popsongs sein wollen und nichts mehr (”Lazy Day Fever”, ein wirklich runder Song!) Tim Gaze, der zuvor bei “Tamam Shud” spielte, ist an der Leadgitarre zu hören, Robbie France-Shaw am Schlagzeug, Harry Curtis am Bass, Peter Bolton am Synthesizer und Annette Henery singt die Hintergrundstimme. Hier kann man einen zweiminütigen Ausschnitt aus jedem Song anhören. Und hier ist der sehr stimmungsvolle Anfang einer Dokumentation über australische Surfmusik, in der auch Tim Gaze vorkommt. Leider bricht der Film (bei mir) nach der Hälfte ab:

Mods ohne Vespa (C64, HVSC, MOD, SID)

Add comment July 27th, 2007

scenetone.jpgWer ein auf Symbian basierendes Mobiltelefon besitzt (auf meinem Nokia E61 läuft es einwandfrei), der kann mit Scenetone nicht nur einen nostalgischen Ausflug in die Anfangszeit der Computermusik machen, sondern hat darüber hinaus eine tolle Möglichlichkeit, ganz viel Musik auf ganz wenig Platz unterzubringen. Das Geheimnis liegt in den alten Dateiformaten SID (benannt nach dem legendären C-64-Soundchip MOS 6581 Sound Interface Device) und MOD (das klassische Trackerformat auf dem Amiga), die auch bei ganz langen Songs meistens deutlich unter 1MB Speicher benötigen. Der Klang klingt natürlich nicht wie die Wiener Symphoniker, aber darum geht es schließlich nicht: man hört und soll hören, dass es sich um Computermusik (Chiptunes) handelt (Scenetone kann sogar wav-Dateien daraus machen, die man dann als Klingelton verwenden kann). Und wo bekommt man die hier so hochgelobten Dateien her? Zum einen gibt es so ziemlich jeden jemals veröffentlichten C-64 Track in der High Voltage Sid Collection (HVSC). Dort kann man sich, wenn gewünscht, die gesamte Sammlung auf den Rechner oder aufs Telefon laden und mal eben durchhören (kleiner Hinweis: aktuell sind es gut 33.000 Songs). Natürlich gibt’s auch Programme für PC, Mac und Linux, die mit SIDs etwas anfangen können. Eine wunderbare Auswahl rarer und beeindruckender MODs gibt es hier oder hier. Dann mal viel Spaß dabei, zu erkunden, wie die Vergangenheit klingt.

Es regnet Schokolade und absurde Tanzschritte (Rick Astley, Tay Zonday)

9 comments July 26th, 2007

Tay did it again! Nicht dieser buddhistische Mönch ist gemeint, sondern der sympathische, virale, aber nach wie vor rätselhafte fünfundzwanzigjährige Tay Zonday. Im April erlangte er mit seinem “original song” Chocolate Rain diese neue Art von Warholscher Berühmtheit, die man mit MySpace, YouTube und Technorati erlangen kann in Verbindung mit der realen Gefahr, den Song nach mehrmaligem Hören tatsächlich nicht mehr aus dem Kopf zu bekommen (dagegen ist das hier eher harmlos). Die ersten Parodien des Songs sind schon auf ihrem Weg ins Netz. Danach kam ein Song über unser aller Lieblingstechnologie (”Man, this internet is somethin’ else”). Und jetzt der absolute Knüller: Tay singt Rick. Genau, Rick Astley und seinen Überhit “Never Gonna Give You Up”. Ich habe das originale Video wahrscheinlich vor 20 Jahren das letzte Mal gesehen (hey, das war geraten, aber der Song feiert tatsächlich gerade seinen 20. Geburtstag). Dass das Video so unglaublich furchtbar ist, hatte ich gar nicht mehr in Erinnerung. Aber jetzt in Verbindung mit Tays schräger und tiefer Stimme ist es wirklich … hmm … somethin’ else, oder?

Die Songs sind übrigens alle unter einer CC-Lizenz veröffentlicht. Danke!

Ohren, Ohren, ihr müsst wandern (Lance Olsen, Mike Johnston, Mike Gilmore, Mike Khoury, Kirk Lucas)

Add comment July 20th, 2007

ears.jpgDas Netlabel Wandering Ear hat sich mittlerweile einen guten Ruf für seine feinen Fieldrecordingreleases erarbeiten können. Gerade eben ist die siebte Veröffentlichung herausgekommen: “Edges: An Audio Portrait” von Lance Olsen. Darin begibt sich der Künstler auf die Spuren der Geschichte des Nanaimo Harbour auf Vancouver Island (Kanada). Das Album gibt es auf der Labelseite entweder komplett oder in einzelnen Tracks zum Herunterladen. Wie die anderen Releases steht auch “Edges” unter einer CC-Lizenz.

Nicht umsonst, sondern für 3 EUR erhältlich ist “The Hidden” von Mike Johnston (Bass, Shenhai, Flöte), Mike Gilmore (Vibraphon, Marimba, Saz, Guzheng, Percussion), Mike Khoury (Violine) und Kirk Lucas (Cello). Johnston und Gilmore entstammen der 70er und 80er Improjazz-Szene in Michigan und treten hier unterstützt von Khoury und Lucas als Kammerensemble auf. Diese Platte verbindet das avantgardistisch-improvisierte Jazz-Grundgerüst mit Einflüssen aus Asien, dem Nahen Osten und Afrika. Zwei Stücke daraus können auf dem Hidden-MySpace angehört werden.

Angekommen (Cate Blanchett, Bob Dylan)

Add comment July 15th, 2007

Anfangs hat es doch einige ein bisschen verwirrt, dass Cate Blanchett eine der Bob-Dylan-Rollen in seiner filmischen Biographie “I’m Not There” übernehmen sollte. Wenn man die ersten Ausschnitte daraus sieht, merkt man, dass hier wirklich eine passende Schauspielerin gefunden wurde.

[via YesButNow]

Ein Koala-Bild, ne gerippte Musik drunter und ein Border-Effekt (Yogi Bear, Philip Glass, Rob Hubbard)

Add comment July 6th, 2007

In der 20. Ausgabe (gerade ist übrigens die Doppelnummer 21+22 herausgekommen) des österreichischen Retrocomputing-Magazins Lotek64 ist ein schönes Interview mit Joachim Wijnhofen alias Yogi Bear, der neben Rob Hubbard, Martin Galway, Ben Daglish, Jeroen Tel und Chris Hülsbeck wohl zu den Meistern der klassischen 8bit-SID-Musik gehört. Über das “illustre Banana Team”, seine erste Szenegruppe sagt er heute:

Das waren wirklich Lamer-Zeiten. Abgekackte Demos haben wir gemacht: ein Koala-Bild, ’ne gerippte Musik drunter und ein Border-Effekt, und das haben wir wirklich toll gefunden! Wir wussten noch nicht mal, was Crunching ist, da wurde ein PRG von 170 Blocks draus!

[via gulli]

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