Posts filed under '60s'

And here they are, Jayne Mansfield …

1 comment October 9th, 2007

aachen.PNGEine der spannendsten Filmkritiken hat Uwe Nettelbeck mit “Titanic Revisited” verfasst. Der ganze Text richtet die Aufmerksamkeit nur auf die Rolle der Hände in dem Film. Wer den Text einmal durchgelesen hat, kann sich Titanic nie mehr ansehen, ohne auf krumme Hände, gerade Hände, junge Hände, alte Hände, flehende Hände, helfende Hände, liebende Hände usw. zu achten. Etwas ähnliches könnte passieren, wenn man mit den “fünfzig besten Brüsten der Filmgeschichte” in “dieser Serie” (gedacht als Beitrag zum National Breast Cancer Awareness Month) durch ist. Von Mae West, mit der die weiblichen Kurven auf die Leinwand kamen, über Jane Mansfields “beeindruckendes 40D-Profil” bis zu “Double Agent 73″ Chesty Morgan.

(Abbildung: Hans von Aachen, “Allegorie von Friede, Kunst und Reichtum”, 1602, Detail, Quelle: http://www.zeno.org - Zenodot Verlagsgesellschaft mbH)

Gottland

Add comment September 19th, 2007

Einer gerade grassierenden Mode nachlaufend, gibt’s nun auch im POPLOG Gastbeiträge. Hier meldet sich Gastautor Daniel von der Wiesn-Vorbereitung:

Über Karel Gott stand gestern in der Zeitung, dass es jetzt so eine Art Graceland gibt von/über ihm/ihn: Gottland. 200 qm Karel Gott. Nebenbei erfährt man, dass er bereits zum 31. Mal Sänger des Jahres in Tschechien geworden ist seit 1963. Fantastisch. Da musste ich sofort in den dunkleren Ecken meiner Plattensammlung wühlen um mal reinzuhören. Ich erinnerte mich: Mein Lieblingslied des tschechischen Goldkehlchen war früher die Nummer “Fang das Licht” mit dem slowakischen Goldkehlchen Darinka (heute als Madonna-Verschnitt unterwegs), ein Titel von dem ich lange Zeit nicht verstanden habe, wieso das eigentlich nicht der Wiesn-Hit schlechthin ist. Der Mix aus Eindeutigkeit, Tiefgründigkeit und Unkompliziertheit des Textes eignet sich eigentlich hervorragend, von der bombastischen, lang gezogenen Melodie ganz abgesehen; allenfalls die Call&Response-Struktur des Refrains könnte etwas happig sein im Rauschzustand.

Doch eben gestern beim Durchhören des Stücks stieß ich auf den wahren Grund für die Weigerung, dieses Stück in den Wiesn-Kanon aufzunehmen. Er dauert nur eine halbe Sekunde, langt aber, um auf Dauer “nicht im Wahren” zu sein: Darinka singt in besten Loddar Maddäus-”Man muss mit dem FC Bayern Diddl holen”-Fränkisch, und zwar in der zweiten Strophe, etwa in der Mitte, da heisst es: “halt es (das Licht) fest, schließ es in deine Drrrräume ein…”. Um Gottes willen! Da kann das Oktoberfest soviel Weltoffenheit beschwören und symbolisieren; bevor hier Fränkisch erklingt, wird wohl eher Reis zum Hendl serviert. (Außer natürlich Kaiser Franz persönlich besingt die “guten Freunde” die niemand “drennen” würde können). Da hilft auch kein eiligst aufgenommener Remix der beiden Vorzeige-Bayern Stefanie Hertl und Stefan Mross. Nicht auszudenken, wie groß Gottland ausgefallen wäre, wenn noch die Tantiemen aus 21 Jahren Wiesn-Hit-Dasein zur Verfügung gestanden hätten.

Leider gibt’s dieses Jahrhundertlied nur in der tschechischen Version:

YouTschechisch

Der Mann, der zwei Musikgenres erfand (The 13th Floor Elevators, Roky Erickson, Primal Scream)

Add comment September 16th, 2007

hanf.pngGefragt danach, wo denn die psychedelische Rockmusik der 1960er und 1970er Jahre ihren Anfang genommen hat, würden wohl die meisten ohne mit der Wimper zu zucken antworten: San Francisco, Height/Ashbury. Tatsächlich waren es jedoch die 13th Floor Elevators aus dem texanischen Austin, die begonnen haben, Popmusik mit Drogenerfahrungen aller Art zu kreuzen und diesen Hybriden namens Psychedelic Rock heranzuzüchten, mit dem Bands wie die Grateful Dead, die Byrds oder Jefferson Airplane in den 1960ern auf diversen Hippiegatherings hausieren gingen. Die Elevators waren sogar die ersten, die ihre Musik als “psychedelisch” bezeichnet haben: Ihr erstes Album aus dem Jahr 1966 hieß “The Psychedelic Sounds Of The 13th Floor Elevators”.

Die Band schaffte es nur bis 1969, da ihre Bandleader, der geniale Roky Erickson, nach einer Verhaftung als psychisch krank (Diagnose: Schizophrenie) im Rusk State Mental Hospital wiederfand. Doch nach seiner Entlassung rappelte Roky sich wieder auf und erfand nebenbei mit dem Punk Rock ein neues Musikgenre. Über die Geschichte dieses Musikers hat Keven McAlester eine Dokumentation mit Titel “You’re Gonna Miss Me” gedreht. Hier der Trailer des Films sowie ein wundervoller Elevators-Song, der 1999 in der Cover-Version von Primal Scream eine Renaissance des Psychedelic Rock eingeleitet hat.


(Abbildung aus Wikipedia)

If You See Her, Say Hello (Bob Dylan)

Add comment September 14th, 2007

dylan.pngEin paar Karten vollschreiben und der sympathische Herr mit der Wuschelfrisur hält sie zu einer musikalischen Begleitung in die Kamera. Bob Dylan (und natürlich die Designer von Ten4) haben verstanden, wie man eine nette, gemütliche virale Kampagne startet. Respekt. (via)

Out of Office AutoReply (Brian Wilson, Eagles)

Add comment August 18th, 2007

Liebe POPLOG-Leser, die nächsten zehn Tage gibt es hier keine neuen Beiträge, denn ich werde nach Italien rollen und dort ein wenig Nebeinandem fahren. Anstatt einer tränenreichen Verabschiedung gibt’s hier noch zwei Links auf alte Herren mit guter Musik:

  • Brian Wilson von den Beach Boys rührt sich wieder und hat uns mit “Midnight’s Another Day” von dem kommenden Album “That Lucky Sun (A Narrative)” wiedereinmal einen zeitgenössischen Klassiker geschrieben. Diese Harmonien!
  • Auch von den Eagles hört man wieder einmal etwas: “How Long” von ihrem nächsten Album “Long Road Out Of Eden” (das Video gibt es ab dem 20. August hier). Auch sie können es noch.

Elvis vs. NKTOB

1 comment August 16th, 2007

elvis.pngEs ist ein wichtiges Datum im immerwährenden Popkalender, so wichtig, dass es auch an den diversen Werbeleinwänden in den U-Bahnhöfen immer wieder eingeblendet wird: heute vor 30 Jahren ist Elvis Aaron Presley in Memphis gestorben. Jenseits der üblichen hochkulturellen Würdigungen des zweiten großen Popstars nach Enrico Caruso - die Tagesschau skizziert die verschiedenen Elvis-Fantypen, die FAZ sieht Elvis eher als ersten Punk denn als Messias, die Welt lobt die “deutsche” Elvis-Comicanthologie von Reinhard Kleist und Titus Ackermann und die taz widmet sich dem philippinischen Elvis sowie den chinesischen Vorbehalte gegen den obszönen Amerikaner - wird Elvis aber auch in der Blogosphäre gefeiert: So erinnert sich zum Beispiel Diddy Wah daran, wie er Elvis auf einer Klassenfahrt in Australien kennengelernt und als echte Alternative zu den New Kids on the Block empfunden hat. Zur Feier des Tages stellt er außerdem sechs Elvis-Interviews vor. 500Beine ruft sich die Fahrt im grün-weißen Bus zum Heartbreak-Hotel ins Gedächtnis, während René einen Quarter in die YouTubebox wirft und für uns alle Elvis mit seiner Version von “My Way” spielt. The Big Leather Couch postet ein paar Elvis-Songs und außerdem eine Liste all seiner Veröffentlichungen. Nur 11 Songs nennt Roman. Aber die haben es in sich, denn es sind Lieder, “welche ad hoc die Liebe zu diesem Künstler auszulösen vermögen”. Eine Elvis-Miniserie gibt es beim Schockwellenreiter (”Elvis lebt”, siehe auch hier) und hier ein original Elvis-Piano zum Ersteigern (Anfangsgebot 250.000 USD). Lokale Elvis-Veranstaltungshinweise hat der Münchenblogger. Besonders hervorzuheben ist das Gedenkangebot von Julia, die sich die Mühe gemacht hat, einige Elvissongs ins Deutsche zu übersetzen. Außerdem gibt es, wie sollte es anders sein, eine Blogparade zum Thema Elvis. Fröhliches Gedenken! (Bild: “Elvis Presley”, Wikipedia)

50 x Sex (IFC, Nerve)

Add comment August 4th, 2007

Willkommen im Poplog-Nachtprogramm. Sexszenen gab es in dem Filmrätsel, das jetzt schon einige Tage durch die Blogosphäre tobt, bislang noch nicht. Dabei sind sie es doch, die häufig darüber entscheiden, ob ein Film als Skandal in die Geschichte eingehen wird (man denke an Donald Sutherland und Julie Christies Sexszene in “Wenn die Gondeln Trauer tragen” von Nicolas Roeg) oder nicht. Für Leute die von Sexszenen nicht genug bekommen können, hat IFC News in Kooperation mit Nerve jetzt eine Hitliste der 50 besten davon erstellt. Von 1896 bis 2006. Und woran erkennt man eine gute filmische Sexszene? Die Autoren drücken es nach vielen “durchgearbeiteten Nächten” so aus: “we just know it when we see it, whether it shocks us, titillates us, turns us on, breaks our hearts or confounds our expectations.” Hier gibt’s die Plätze 50-46, 45-41, 40-36, 35-31, 30-26, 25-21, 20-16, 15-11, 10-6, 5-1. Ein beachtlicher Teil davon sogar mit Videoausschnitten. Was ist eure Nummer eins? (via)

Hilfe, die Hippies kommen (Devendra Banhart, Jim Morrison, Animal Collective, The Doors, The Strokes)

1 comment July 30th, 2007

banhart.jpgMit dem Animal Collective, die übrigens wieder neue Erdbeerschmierereien veröffentlicht haben, hat es die amerikanische Postfolk-Bewegung mittlerweile bis in die oberen Ränge der Kritikercharts geschafft. Etwas im Schatten dieser Band steht jedoch der erst 26jährige Songwriter und Dichter Devendra Banhart, der “Gandalf of the Nu Beardie movement“. Am 25. September erscheint unter dem ebenso bildmächtigen wie kuriosen Titel “Smokey Rolls Down Thunder Canyon” seine neue Platte. Aber er hat versprochen, bis zum Herbst jeden Freitag neue Tracks auf seine Homepage zu stellen, so dass man sich bereits jetzt einen Eindruck von seinem neuen musikalischen Arbeitsprogramm machen kann. Schon jetzt kann man die rockige Nummer “Tonada Yanomaminista” anhören, die nicht nur durch den spitzen Schlussschrei einige Anleihen bei Jim Morrison und den Doors macht. Außerdem die Tiefe-suggerierende Pianonummer “Rosa” (auch diese ist gar nicht so weit entfernt von den “People are strange”-Doors). Die Musikbloggerszene zeigt sich überzeugt von diesen Appetithäppchen: “Really, nicely played Devendra”, schreibt das prefixmax und wünscht sich, die Strokes hätten mit ihrem letzten Album eine ähnliche Entwicklungsfähigkeit demonstriert; So Indie it hurts ist der Meinung, “these new songs make my love him even more”; Yiyo (Deaf Indie Elephants) ist besonders angetan von dem Titel: “como me agrada ese título”; aber nicht nur in Caracas, sondern auch in Münster findet man das Material “ausgesprochen gut”; und Gorilla vs. Bear meditiert über die Frage, was daran denn Space Reggae sein soll.

Tracklist (von Stereogum):

  1. Cristobal
  2. So Long Old Bean
  3. Samba Vexillographica
  4. Seahorse
  5. Bad Girl
  6. Seaside
  7. Shabop Shalom
  8. Tonada Yanomaminista
  9. Rosa
  10. Saved
  11. Lover
  12. Carmencita
  13. The Other Woman
  14. Freely
  15. Remember
  16. My Dearest Friend

Popcorn-Mashup (Simon Iddol)

1 comment July 29th, 2007

iddol.pngNoch ein Mashup-Projekt: Simon Iddol (zuvor René aufgefallen durch “Stuck in the Eighties” oder durchSuperseven” - was für eine Produktivität!) entdeckte im Netz das obskure Werk “Hot Boppin’ Instrumentals“, auf dem 27 Instrumentaloldies versammelt sind - Northern Sound bis Popcorn-Soul überwiegend aus den 60s. Einige der Stücke gefielen ihm dann so gut, dass er Lust bekam, sie mit zeitgenössischen Melodien und Rhythmen zu mischen. Das Ergebnis ist die Compilation “Forgotten Hits“, an der neben Iddol selbst zehn weitere Mashup-Künstler mitwirkten: Apollo Zero, ToToM, Electro Sound, LDM101, Zamali, DJ Earlybird, Lobsterdust, Copycat, RIAA sowie der World Famous Audio Hacker. Die Vorlagen reichen von Depeche Mode über Christina Aguilera bis zu Rick James. Ein Mashupalbum, das auch den Großeltern gefallen dürfte. Wer damit immer noch nicht genug Mashup-Klänge hat oder grundlegendere Informationen über das Geschäft des Mashuppens braucht, kann sich auch noch hier bedienen.

Angekommen (Cate Blanchett, Bob Dylan)

Add comment July 15th, 2007

Anfangs hat es doch einige ein bisschen verwirrt, dass Cate Blanchett eine der Bob-Dylan-Rollen in seiner filmischen Biographie “I’m Not There” übernehmen sollte. Wenn man die ersten Ausschnitte daraus sieht, merkt man, dass hier wirklich eine passende Schauspielerin gefunden wurde.

[via YesButNow]

Camp Vamp (Jack Smith)

Add comment July 15th, 2007

Erotik, Sex, Vampire, Parties, spanische bis japanische Musik, geheimnisvolle Frauen - die Kurzzusammenfassung eines Quentin Tarantino-Films? In diesem Fall nicht. Stattdessen geht es um das berühmt-berüchtigte Transgender-Frühwerk “Flaming Creatures” (download) des US-amerikanischen Off-Regisseurs Jack Smith (1932-1989). Dieser Film wurde so ziemlich überall dort, wo er gezeigt wurde, sofort verboten (und dürfte es in den USA sogar immer noch sein). Dank ubuweb können wir nun nachvollziehen, warum Smith als einer der Begründer der Camp-Ästhetik gilt. Faszinierend ist auch sein Einsatz von Musik in der langen Schlussszene des Films, wo der Soundtrack eines alten Hollywood-Ali-Baba-Films gleichzeitig mit zeitgenössischer Radiopopmusik läuft - ein verstörender Effekt. Zu den Bewunderern von Smiths Arbeiten gehören unter anderem Laurie Anderson, Robert Wilson und John Waters.

Fünf zu eins, Baby! (The Doors)

3 comments July 3rd, 2007

Jetzt weiß ich, warum ich gestern immer so ein komisches Gefühl hatte, als bei der Fernsehausstrahlung von Bertoluccis Dreamers die Doors im Hintergrund liefen. Heute vor 36 Jahren ist Jim Morrison in Paris gestorben. Danke an den Schockwellenreiter für die Erinnerung. Deshalb auch von dieser Stelle ein Video eines ihrer besten Songs als Tribut:

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