Archive for September 10th, 2007

Pornographieunterbrechung

2 comments September 10th, 2007

youporn.pngIch bin immer wieder gerührt davon, wie sehr man um meine Sittlichkeit bemüht ist. Nachdem flickr mir das nutzlose Betrachten von Bildern erotischen Inhalts erspart hat, sorgt nun Arcor dafür, dass mich Seiten wie sex.com, youporn.com oder privatamateure.com nicht mehr vom Bloggen abhalten. Wie unfreundlich von Heise und anderen, dahinter schnöde wirtschaftliche Interessen oder chinesische Wochen zu vermuten.

Sing mir von der Dialektik der Natur (The Mekons)

Add comment September 10th, 2007

mekons.pngDie Band The Mekons (Fansite) wird in der deutschsprachigen Blogosphäre bislang zu Unrecht ignoriert. Dabei ist nicht nur die geographische Vergangenheit der Band einigermaßen ungewöhnlich - begonnen haben sie als Punkband in Leeds, sind aber mittlerweile nahezu vollständig nach Chicago ausgewandert, sondern auch in ihren Texten zeigen sie eine beeindruckende Denkfreude und reflexive Distanz zu sich selbst und der eigene. Dies zeigt schon ihre erste Single “Never been in a Riot”, mit der sie sich über die naive Aggro-Haltung von The Clash (”White Riot“) lustig machten. Dies zeigt auch ihr aktuelles Album “Natural“, in dem sie auf musikalischem Weg die fundamentale Ambivalenz der Naturvorstellungen erforschen: auf der einen Seite das romantische Bild der Natur als Spiegel menschlicher Gefühlsregungen und als Ort der elementaren Geborgenheit und auf der anderen Seite die aufklärerisch-modernistische Idee der Natur als Gegner, Feind des Menschen, die es zu überwältigen, ordnen oder gar vernichten gilt (vgl. die Idee des “Gärtnerstaats” von Zygmunt Bauman): “the forces of nature recoiling at the sight of man’s folly and fighting back, then sifting through the wreckage of civilization” beschreibt Joshua Klein diese Haltung treffend. Zum Beispiel in dem Opener “Dark, Dark, Dark” (hier anzuhören):

The twisted trees sing
Dark, dark, dark
Broken branches hidden
Far down below

Die Reviewer, die den neuen “organischen” Sound der Mekons in den Vordergrund stellen, verpassen diese kunstvoll gesetzte Pointe, die sich aus dem Widerspruch zwischen den floralnaturistischen Hippiemelodien und der düster-pessimistischen Natur-Angst der Texte ergibt.

Now we sit and shiver
Watch the cold roll of the water
We wait for fire and in the night
The black mountain above the lake
The image is still…like a perfect mirror

So heißt es zum Beispiel in dem Song “Perfect Mirror”, einem Höhepunkt des Albums. Selten hat eine Popband derart eloquent die gesamte Dialektik der Natur als Ausgangspunkt genommen und nicht nur eine der beiden Seiten. Einen Track des Albums, “Dickie, Chalkie and Nobby” gibt es hier schon einmal zum Download als mp3. Dazu empfehle ich eine Fotografie von Myoung Ho Lee als visuelle Komponente.

Musik ist mittelmäßig

1 comment September 10th, 2007

Endlich konnte ein großer Sprachschwindel aufgedeckt werden. Das, was sich üblicherweise “Musikkritik” schimpft, ist in Wirklichkeit nicht viel mehr als Bandkritik, Konzertkritik oder Plattenkritik. Wie eine wirkliche Musikkritik aussieht, zeigt der Artikel “Pitchfork Gives Music 6.8″, der heute in The Onion veröffentlicht wurde (via). Musik als “a mode of creative expression consisting of sound and silence expressed through time” ist dem anonym bleibenden Rezensenten also trotz ihrer 7000jährigen Geschichte nur 6.8 von 10 Punkten wert? Da hat ja sogar Manu Chaos neuestes Werk “La Radiolina” mehr Punkte bekommen. Andererseits.

The Empire Brokeback

Add comment September 10th, 2007

Auf den Tag genau vor zwei Jahren gewann Ang Lee mit “Brokeback Mountain” in Venedig den Goldenen Löwen. Der Film führte einem Millionenpublikum die jahrelang verdrängte Wahrheit vor Augen, dass das Genre seit seiner Anfangszeit in seiner zum Klischee geronnenen hypervirilen Frontierstereophonie (Pat Garrett und Billy the Kid, Ethan Edwards und Martin Pawley oder Benjamin Trane und Joe Erin, um nur willkürlich drei Pärchen herauszugreifen) immer (mehr oder weniger deutlich erkennbare) queere Spuren aufweist. Folgerichtig sieht man diese Spuren auch dort, wo es um die last frontier geht:

Hmm, vielleicht doch zu billig und blöd, dieses Video. Deshalb hier lieber noch einmal der Originaltrailer:

Guten Morgen, ihr fluffy clouds (The Orb, Ricky Lee Jones, Ennio Morricone)

Add comment September 10th, 2007

Endlich merkt auch der Großraum München einmal wieder, dass das Prinzip Sonne immer noch ab und zu funktioniert. Zur Feier dieser Wetterverbesserung im Folgenden das Video zu “Little Fluffy Clouds” von The Orbs Album “The Orb’s Adventures Beyond the Ultraworld”. Darin erzählt uns die angenehm verschnupfte Ricky Lee Jones einiges über die Wolkenfarben und -formen des Arizoner Himmels. Die Verwendung verschiedenster Samples wie das erwähnte Jones-Interview, aber auch die Mundharmonika von “The Man With The Harmonica” aus dem “Once Upon a Time in the West”-Soundtrack von Ennio Morricone sowie ein paar Ausschnitte aus Steve Reichs “Electric Counterpoint” ermöglichten Alex Paterson und Martin Glover hier 1990 einen Track zu schaffen, der sich als wegweisend für das junge Subgenre des tanzbaren Ambient-Techno erweisen würde.

These trousers were made for drumming

Add comment September 10th, 2007

Gerade habe ich bei René diese unglaublichen Schlagzeughosen gefunden. Das ideale Weihnachtsgeschenk. Bitte!


Suche

Beliebteste Artikel

Calendar

September 2007
M T W T F S S
« Aug   Oct »
 12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930

Most Recent Posts

<%php /*

Posts by Category

*/ %>

Posts by Month

Syndication

Maschinen

  • WordPress
  • Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de
  • Ich will eine Alternative zu den etablierten Medien werden
  • hit counters
  • Pop Music Blogs - BlogCatalog Blog Directory
  • Add to Technorati Favorites