Wer sich wirklich dafür interessiert, wie die kreative Arbeit der Musiker in der heutigen Indiepopwelt aussieht, der wird von diesen beiden Videoclips, auf denen die Battles (mit KritikerlobüberschütteterMath-Rock aus New York) und The Stars (Arts & Crafts-Vorzeigeband, demnächst in Deutschland) in ihren Übungsräumen zu sehen sind, wahrscheinlich unbefriedigt zurückgelassen. Denn: Was sieht man? Die Battles beim Videospielen, viele Musiker in einem kleinen Übungsraum, viel Lachen, viele Witze, noch mehr Lachen. Bei den Stars im Studio dann Gespräche, Kameraschwenks über die Mischpulte und Abendessenvorbereitungen, während im Hintergrund ein Track der fertigen Platte läuft: “take me, take me, take me to the riot”. Das Musikmachen wird hier als schwereloser Zeitvertreib dargestellt, bei dem es vor allem darum geht, eine ganz lange Zeit miteinander zu verbringen, um so zu einer BAND in Großbuchstaben zu werden (”made us sound maybe even more like a band because we spent so much time together”). So nimmt dieses Video für sich in Anspruch, ein “interesting watch for superfans that crave a little access to the people behind the music” zu sein. Aber gezeichnet wird ein Ort jenseits aller Imperative der Musikindustrie, auf die die Musiker explizit oder subkutan alle paar Akkorde stoßen. Es fehlt: der Übungsraum als Ausweitung der musikindustriellen Kampfzone.
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Wie cool ist das? Eine Band, die ein Blog als Homepage hat. Und dann nicht ein gewöhnliches Text-Video-Undsoweiterblog, sondern so ein richtig altmodisches Fotoblog, wie sie seit dem Aufkommen von Flickr zur Rarität geworden sind. Aber davon ganz abgesehen machen The Cave Singers aus Seattle richtig spannenden Postfolk (”They are 4 kinds of awesome” beschreibt Dawn das ganz richtig), bei dem die sich immer wieder wiederholenden Melodiefragmente nach einer Weile eine wunderbar einlullende Wirkung entfalten (”A song that requires only a few moments before sweeping you away“). Ein Soundtrack zum Cocooning. Die Assoziation drängt sich auch Chris auf, der vermutet, “that this song will end up on an indie film soundtrack at some point in 2008″. Die aktuelle Single “Seeds of Night” gibt es auf der Seite des Labels zum kostenlosen Download in voller Länge und Qualität oder für 3 US-Dollar als 7″, das Album “Invitation Songs” steht ab 25. September in den Plattenläden.
Das ist doch richtig schön, wenn man von einer Band einmal ein nettes Kompliment gesungen bekommt. Um dieses Gefühl zu erleben, muss man sich nur “Your English is Good” von Tokyo Police Club anhören, einer Band aus Newmarket, Ontario, die kürzlich bei Saddle Creek einen Vertrag unterschrieben hat. Der Song fängt ein bisschen an wie Chumbawamba, wird dann aber zu einem fröhlichen Uptemposong mit einigen unisono geschrieenen Passagen. Im September fangen sie voraussichtlich mit den Aufnahmen an, um dann Anfang 2008 ihr erstes richtiges Album abzuliefern, bis jetzt gab es nur die beiden EPs “A Lesson in Crime” (2006) und “Smith EP” (2007). Bei den Kritikern stößt ihre Kombination der “urgency and hustle of The Strokes with the abrasiveness of The Chalets” oder das im Video vermittelte “entspannte Lebensgefühl” jedenfalls auf Zustimmung. Und wer im Vergleich zu anderen gehypten kanadischen Indie-Bands das wirklich Neue bei TPC vermisst, der kann sich immerhin darüber freuen, dass die meisten Songs der Band “nach zwei bzw. drei Minuten durch sind. So gehört sich das“. Oder wie Inspektor Hase sagt: “Aber der Gewinner ist immer der, der es am Besten macht!” Well put. Hier ist das Video: