Archive for August, 2007

Alles Gute zum Blogday

Add comment August 31st, 2007

Blog Day 2007
Fast hätte ich es übersehen, aber zum Glück habe ich dann doch noch mitbekommen, dass heute Blogday ist. Sagt zumindest diese Seite und ruft dazu auf, Teil von etwas Großem zu werden, indem man einen Beitrag des eigenen Blogs dafür verwendet, fünf neue Blogs zu empfehlen. Da ich gerade erst über die Frage geschrieben habe, wie man neue Blogs entdeckt, kommt mir das recht gelegen. Hier also meine Empfehlungen:

  • Architectures of Control in Design: In diesem Weblog geht es darum, wie mit Hilfe von Architektur und Design soziale Räume kontrollierbar gemacht werden. Wichtige Perspektiverweiterung für den nächsten Stadtspaziergang.
  • Winzerblog: Hier geht’s um die zweitwichtigste Sache der Welt: Wein. Guten Wein.
  • You Ain’t No Picasso: Spannendes englischsprachiges Musikblog mit viel guter Musik.
  • Wortfeld: Immer wieder querdenkerisches Weblog zu den Themen, die Blogger interessieren: Netzpolitik, Statistiken, neuen und alten Medien, Wissenspolitik.
  • Das Textdepot: Noch ein lesenswertes Blog, das zu Reflexionen über die neuen Medien und den Wandel von Marketing und Journalismus einlädt.

Wie finde ich interessante Blogs?

2 comments August 31st, 2007

Ein wirklicher Dauerbrenner in der Blogosphäre ist die Frage: Wie finde ich interessante Weblogs? Eine der naheliegenden und nicht besonders spannenden Antworten auf diese Frage sind die diversen Blogcharts. So werden zum Beispiel in den deutschen Blogcharts Weblogs danach sortiert, wie häufig sie von anderen Weblogs verlinkt werden (ein ähnliches Modell verwendete das gerade eben geschlossene Projekt blogscout.de). Die Idee dahinter ist, dass ein Weblog umso wichtiger (die diesem Ranking zugrundeliegende Kennziffer ist die “Technorati Authority“) ist, je häufiger es von anderen Weblogs referenziert wird. Das Ergebnis sind eine Handvoll Blogs, die von sehr vielen anderen Weblogs immer wieder als Quelle zitiert werden und ein langer Schwanz von Weblogs, die nur selten Erwähnung finden. So gibt es zum Beispiel nur sechs Weblogs, die von mehr als 1000 anderen Blogs im letzten halben Jahr zitiert wurden.

Eine weitere Möglichkeit, gute Weblogs zu finden, setzt bei den einzelnen Beiträgen an. Auf Plattformen wie Digg, Yigg oder die von Robert Basic initiierten Blogperlen (wobei nur letzteres System ausschließlich Weblog-Beiträge aufnimmt) können die Nutzer interessante Beiträge einstellen (bei Rivva geschieht dies automatisch), die dann wiederum von anderen Nutzern bewertet werden. So entsteht eine Rangfolge von Beiträgen, die viele Nutzer interessant finden bis hin zu Beiträgen, die nur ein geringes Interesse finden oder gar Spam-Beiträgen, die von den Nutzern als solche markiert und dann aussortiert werden. Die entstehende Ordnung ist jedoch ständig im Fluss, so dass sich hieraus bislang noch keine einigermaßen stabile Webloghierarchie herauslesen lässt.

Die dritte Möglichkeit sind die Blogrolls. Viele Weblogs haben auf ihren Seiten eine Liste von anderen Weblogs, die sie selbst interessant finden. Hier kann man entweder nach dem Schneeballprinzip vorgehen und sich immer wieder die Weblogs ansehen, die von Blogs erwähnt werden, die man bereits regelmäßig liest. Auf diese Weise kann sich der Radius immer weiter ausdehnen, während man aber auch auf relativ unbekannte Blogs stoßen kann.

Will man sich nicht nach diesem Zufallsprinzip durch die Blogrolls klicken, bietet sich schließlich eine weitere Option an: man analysiert die Blogrolls derjenigen Blogs, die in den oben erwähnten Blogcharts einen hohen Rang einnehmen (die sogenannten “A-Blogs”). Auf diese Weise erhält man eine Liste von Weblogs, die von vielen der A-Blogger als lesenswert betrachtet werden. Ich habe probeweise einmal die Blogrolls der Blogcharts-Topten analysiert und es finden sich die folgenden Weblogs, die dort immer wieder auftauchen:

Ich habe hinter die Blognamen die Technorati-Authority in Klammern angeführt. Auf diese Weise wird deutlich, dass man es nicht mit einer bloßen Kopie der Blogcharts zu tun hat, sondern dass auch kleine und sehr kleine Weblogs von den A-Bloggern gelesen werden. Vielleicht lassen sich auf diese Weise tatsächlich interessante neue Blogs kennenlernen?

Weitere Tipps zum Thema findet man hier und hier. Einen anderen interessanten Ansatz verfolgt Stefan mit seiner Blog-Parade zum Thema “Show me your feed”, die letztlich zu einer Feed-Reader-Blogger-Map führen soll.

Kurzmitteilungen (The Smashing Pumpkins, The Simpsons, Star Wars, Tex Haper, Hilly Kristal)

Add comment August 31st, 2007

Ich muss gestehen, dass mir die Smashing Pumpkins früher einmal ganz gut gefallen haben, aber das hier ist nicht nur bereits hundertfünfzigmal dagewesen, sondern schlicht belanglos. Und das Video ist der übliche Möchtegernsteampunk, der einem bei dieser Band schon lange auf die Nerven geht.

Hey diddely-doo, Skywalkerchen! Absolut unterhaltsam und gut gemacht ist dieser “shameless ripoff” von Star Wars. Und die Besetzung von Han Solo als Ned Flanders (oder umgekehrt?) ist schlichtweg genial (via).

Gerade zurück aus dem Urlaub muss ich lesen, dass blogscout.de geschlossen wird. Schade.

Gruselig sind diese Bilder, die zeigen, wie man mal eben eine Flugzeugfabrik vor feindlicher Aufklärung verstecken kann.

Mindestens ebenso gruselig ist New Wave Country. Nilzenburger hat ganze investigative Arbeit geleistet und einiges über den Künstler Tex Haper herausgefunden. Das Ergebnis ist verblüffend.

Und dann noch eine traurige Nachricht: gestorben ist Hilly Kristal, der Gründer des legendären New Yorker Clubs CBGB (via).

Solo für Gesang und Schlagzeug (Nina Nastasia, Jim White)

Add comment August 31st, 2007

nastasia.pngObwohl die neuen Stücke der New Yorker Singer-Songwriterin Nina Nastasia (MySpace) auf “You Follow Me” aufgrund ihrer Instrumentierung zunächst recht einfach und transparent klingen (zu hören sind in erster Linie Gesang, gezupfte Gitarre und Schlagzeug), verbergen sich hinter dieser Einfachheit unglaublich komplexe Arrangements. Schlagzeuger Jim White, bekannt durch seine Arbeit in der australischen Experimentalband Dirty Three oder zusammen mit weirden Country/Folk-Künstlern wie Will Oldham oder Smog, ist nicht nur Begleitung, sondern neben dem an manchen Stellen atemberaubenden Gesang von Nastasia eigentlich als Solist anzusehen (”he alternately sounds like rolling thunder, fluttering birds’ wings, and everything in between” schreibt Brandon Lichtinger dazu). Er verschafft den Stücken immer wieder die nötige Tiefe, um aus schönen Folksongs merkwürdig ernste Folk-Kraut-Psychedelika zu formen. Dieser Kontrast ist ein Erlebnis: “Ausdrucksstark wirbelt, schleicht und stolpert Jim White um Nina Nastasia herum” beschreibt die Wirkung recht treffend. Martin Büsser bezeichnet das Werk als “Eine wirklich bewegende, aber wohl auch zum Geheimtipp verdammte Veröffentlichung.” Wer sich bewegen lassen möchte, kann sich “I Write Down Lists” schon einmal als mp3 herunterladen (via).

Tracklist:

  1. I’ve Been Out Walking
  2. I Write Down Lists
  3. Odd Said The Doe
  4. The Day I Would Bury You
  5. Our Discussion
  6. In The Evening
  7. There Is No Train
  8. Late Night
  9. How Will You love Me
  10. I Come After You

Erschienen am 1. Juni 2007 bei Fatcat.

Out of Office AutoReply (Brian Wilson, Eagles)

Add comment August 18th, 2007

Liebe POPLOG-Leser, die nächsten zehn Tage gibt es hier keine neuen Beiträge, denn ich werde nach Italien rollen und dort ein wenig Nebeinandem fahren. Anstatt einer tränenreichen Verabschiedung gibt’s hier noch zwei Links auf alte Herren mit guter Musik:

  • Brian Wilson von den Beach Boys rührt sich wieder und hat uns mit “Midnight’s Another Day” von dem kommenden Album “That Lucky Sun (A Narrative)” wiedereinmal einen zeitgenössischen Klassiker geschrieben. Diese Harmonien!
  • Auch von den Eagles hört man wieder einmal etwas: “How Long” von ihrem nächsten Album “Long Road Out Of Eden” (das Video gibt es ab dem 20. August hier). Auch sie können es noch.

Termin für deine Kopfhörer (Ich)

2 comments August 18th, 2007

Hier nur eine kurze Ankündigung in eigener Sache. Morgen findet in Regensburg das Plac.Art.X-Kopfhörerfestival in der Galerie Leerer Beutel statt. Zahlreiche Künstler aus dem In- und Ausland werden dort ihre Werke für Kopfhörer vorstellen: Walter Cianciusi (Italien), El Lazo Invisible (Mexiko), This Window (UK), chiste (Chile), John Kannenberg (USA), transponderfish (Deutschland), miulew (Sweden), christiaan cruz (USA), benedike koehler (Deutschland), JanedaPain (USA), gintas k (Litauen), little_johnny_anger ( - ), tbttbc (Belgien), Eartrumpet (UK), Jori Tokyo (Deutschland), { brad brace } (USA), bryce beverlin II (USA), phog masheeen (USA), nathalie fougeras (Frankreich), ookoi (Frankreich/Niederlande) usr/sbin (USA). Auch ich werde mit von der Partie sein und mein Stück “School’s Out What Did You Expect” per Shoutcast-Stream performen. Zu hören sind Field Recordings von Münchener Schulhöfen während der 2007er Sommerferien. Hier der Flyer zu der Veranstaltung als pdf.

Ameise Irene (Caribou)

Add comment August 18th, 2007

Nachdem es gar nicht lange her ist, dass mich der Song “Melody Day” von Caribou hellauf begeistert hat, kommt hier schon der ruhige Nachfolger “Irene” mit einem schönen Video (hier als Quicktime) für uns Naturfreunde (produziert von Nic Brown und David James) (via):

These are illegal attacks (Ian Brown, Sinéad O’Connor)

2 comments August 17th, 2007

Wahrscheinlich ist es einfach nicht klug, sich mit Ian Brown, dem Sänger der legendären Stone Roses verbal anzulegen. Man weiß doch, wozu das führen kann. Ihn auch noch damit zu nerven, doch einmal ein paar Beweise seiner Kampfkunstfähigkeiten zu liefern, war dann wohl das Ende dieses ansonsten ganz unterhaltsamen Interviews. Sehr viel weniger aggressiv wirkt die Vorabsingle “Illegal Attacks”. Wie immer mit düsteren und monotonem Gesang, ebenso repetitiven Melodien und einem ravigen Beat. Etwas Abwechslung versucht Sinéad O’Connor hineinzubringen, insgesamt bleibt der Song aber doch recht eintönig, statisch und außerdem viel zu plakativ (das trifft auch auf das Video zu). Aber vielleicht ist das auch genau der Eindruck den The Greatest - den übrigens einige schon zum Islam konvertiert sehen - damit erreichen will, denn der Song fügt sich in eine Kampagne gegen den Irak-Krieg ein: “So what the fuck is this UK / gunnin’ with the US of A / in Iraq and Iran and Afghanistan”.

Das Album “The World Is Yours” wird am 24. September erscheinen und die folgenden Songs beinhalten (via):

  1. The World Is Yours
  2. On Track
  3. Sister Rose
  4. Save us
  5. Eternal Flame
  6. The Feeding Of The 5000
  7. Street Children
  8. Some Folks Are Hollow
  9. Goodbye To The Broken
  10. Me and You Forever
  11. Illegal Attacks
  12. The World Is Yours (Reprise)

Rock’n'Roll-Lyrik (Murder Mystery, Interpol)

Add comment August 17th, 2007

Ist der Song “What My Baby Said” in Wirklichkeit eine Interpol-Persiflage? Oder doch nur der Versuch, sich an den Erfolg der New Yorker Pathosgruppe zu hängen? Auf jeden Fall klingt “Did I Tell You What My Baby Said?” von Murder Mystery (ebenfalls aus New York) dem Interpol-Hit “The Heinrich Maneuver” zunächst in Rhythmus und Harmonie sehr ähnlich, statt den bedeutungsschwangeren Zeilen von Paul Banks gibt es hier jedoch flockigste Girl-meets-Boy-Rock’n'Roll-Lyrik. Auch die anderen Songs des kommenden Debüts “Are You Ready For The Heartache Cause Here It Comes” sind hörenswert: die entfernt an die Inspiral Carpets erinnernde Synthnummer “Love Astronaut” (mp3) sowie das swingende “Honey Come Home” (mp3).

Kalifornien nach der Reform (Bodies of Water)

Add comment August 17th, 2007

bow.pngWenn es einen Preis für das weirdeste Bandfoto gäbe, ich würde sofort die Bodies of Water vorschlagen. Wann hat man das letzt Mal eine Band gesehen, die sich im ausgewaschenen “Barcelona 1992″-Tee oder in einem roten Synthetikbody, der noch aus dem Grundschulsportunterricht zu stammen scheint, präsentiert? Die vier Musiker aus Kalifornien würden in der Vorabendserie “Unterwegs mit den Hartz-IV-Kontrolleuren” nicht besonders auffallen: “Diese große Geige da mit den acht Schnüren drauf. Gehört die Ihnen? Spielen Sie überhaupt Geige? Oder hat die Ihre Freundin hier vergessen? Sie leben doch gar nicht getrennt, oder?” Aber irgendwie passt das Äußere der Band recht gut zu ihrer verschrobenen Musik zwischen 60er-Jahre-Spaghettiwestern (Aah-aah-aah-aah-aah-aah) mit Dancing Queen-Einflüssen in “Doves Circle the Sky” (mp3) den merkwürdigen Mischungen aus hymnischen Pop und 60s Folk in “We Are Co Existors” (mp3) oder dem Abba-Gospelsong “These Are The Eyes” (mp3). Eine schöne Folge von Songs über “peace, love, and pop music“. Was ich allerdings nicht ganz nachvollziehen kann: die Vergleiche dieser Gospelrocker mit Arcade Fire. Auf ihrer Homepage gibt es einige Skurilitäten zu sehen: von Davids beruflichem Werdegang über geschmackvolle Animationen bis hin zu diversen Familienfotos. Bislang beschränkt sich ihr Aktionsradius leider auf Kalifornien (sie spielen dort unter anderem zusammen mit Karl Blau und John Vanderslice), aber die Platte “Ears Will Pop and Eyes Will Blink” ist in den üblichen Musikportalen bereits verfügbar. Und hier sind sie live (via):

Ein Jahrtausend geht zu Ende (The 1900s)

Add comment August 17th, 2007

19001.pngSchon wieder eine siebenköpfige Neohippiekommune? Wird das Wir-sind-ein-Kollektiv-Denken (eine Gruppe von “old friends, lovers and ex-lovers“) langsam zur Masche? Das könnte man zumindest denken, wenn man auf die Homepage der Chicagoer Band The 1900s (Myspace) blickt. Die Einzelbeschreibungen der Bandmitglieder wirken leider ein bisschen billig. Da steht dann zum Beispiel über den Schlagzeuger: “Banging things since ‘77, moved to drums in ‘89″. Vielleicht ist das aber auch nur ein ganz merkwürdiger Humor. Dafür klingen ihre Songs aber wirklich nett, zum Beispiel “Bring the Good Boys Home” (mp3) von ihrer ersten EP “Plume Delivery” oder “When I Say Go” (mp3) von ihrem Debütalbum “Cold & Kind”, das am 2. Oktober 2007 erscheinen wird. Stereogum hat noch zwei weitere Songs auf Lager, darunter “Two Ways”, einem schönen Velvet Underground-Rocker mit Vintage-Hammond-Sound, Federhall und feinem mehrstimmigen Gesang (einen weiteren Song gibt’s hier). Noch sind sie noch nicht dort angekommen, aber die “1900’s are a group which can develop into something magical like Galaxie 500 did back in the 80’s, so if you have the patience to watch them develop, I think you will be pleasantly surprised in the outcome”, meint A Beef Sandwich.

Sommerdieb (Len, Broken Social Scene)

Add comment August 17th, 2007

len.pngAls ich heute meinen Broken Social Scene-Beitrag fertiggeschrieben habe, bin ich über den Bandnamen Len gestolpert (Broken Social Scenes Brendan Canning hatte damit etwas zu tun). Da war doch irgendetwas, oder? Diesmal kein Ehepaar, sondern Geschwister: Marc und Sharon Constanzo, genau. Langsam ist dann die Erinnerung zurückgekehrt, schließlich ist “Steal My Sunshine” (1999) nach wie vor einer der Sommersongs überhaupt (wenn man nicht im Sinne eines Freudschen Verhörers den Refrain als “still bisexual” missversteht). Vielleicht traut sich der Sommer tatsächlich noch einmal her, wenn wir alle nur laut genug singen:

I know it's up for me
If you steal my sunshine
Making sure I'm not in too deep
If you steal my sunshine
Keeping versed and on my feet

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