Archive for July 26th, 2007

Es regnet Schokolade und absurde Tanzschritte (Rick Astley, Tay Zonday)

9 comments July 26th, 2007

Tay did it again! Nicht dieser buddhistische Mönch ist gemeint, sondern der sympathische, virale, aber nach wie vor rätselhafte fünfundzwanzigjährige Tay Zonday. Im April erlangte er mit seinem “original song” Chocolate Rain diese neue Art von Warholscher Berühmtheit, die man mit MySpace, YouTube und Technorati erlangen kann in Verbindung mit der realen Gefahr, den Song nach mehrmaligem Hören tatsächlich nicht mehr aus dem Kopf zu bekommen (dagegen ist das hier eher harmlos). Die ersten Parodien des Songs sind schon auf ihrem Weg ins Netz. Danach kam ein Song über unser aller Lieblingstechnologie (”Man, this internet is somethin’ else”). Und jetzt der absolute Knüller: Tay singt Rick. Genau, Rick Astley und seinen Überhit “Never Gonna Give You Up”. Ich habe das originale Video wahrscheinlich vor 20 Jahren das letzte Mal gesehen (hey, das war geraten, aber der Song feiert tatsächlich gerade seinen 20. Geburtstag). Dass das Video so unglaublich furchtbar ist, hatte ich gar nicht mehr in Erinnerung. Aber jetzt in Verbindung mit Tays schräger und tiefer Stimme ist es wirklich … hmm … somethin’ else, oder?

Die Songs sind übrigens alle unter einer CC-Lizenz veröffentlicht. Danke!

Ästhetik des Scheußlichen (Sia, Zero 7)

1 comment July 26th, 2007

Pop oder Anti-Pop? Oder auch nur eine äußerst unterhaltsame und seltsame Demonstration einer Ästhetik des Scheußlichen? Egal, das “Buttons”-Video der australischen Popsängerin Sia (Furler), die zuvor auch schon für Crisp und Zero 7 gesungen hatte, ist sehenswert. Der oder die ein oder andere kennt Sia vielleicht schon im Spiderman-Kostüm, aber was sie hier mit ihrem Gesicht (viel mehr ist in dem Video nicht zu sehen) anstellt, ist beeindruckend (oder: “a bit mental“. Wer noch mehr will, kann auf ihrer Homepage noch einige weitere Songs und Gymnastikübungen ansehen. So muss Pop aussehen.

Kurvendiskussion (Curve, Curves)

Add comment July 26th, 2007

Früher war ich von Curve sehr angetan. Nicht nur, weil mir Mathe in der Schule eigentlich immer Spaß gemacht hat, sondern auch weil Doppelgänger einfach ein wirklich gutes Album gewesen ist. Insofern ist es sicher nachvollziehbar, dass ich jetzt etwas verwirrt bin, wenn aus Hamburg plötzlich eine Band hailt, die sich Curves nennt. Also quasi wie die Ur-Curve nur mit einer weiteren um 90° gedrehten Sinuskurve hintendran gehängt. Und dann liegen sie auch musikalisch gar nicht so sehr entfernt von dem Shoegaze-Universum von Spiritualized, The Jesus and Mary Chain und eben Curve. Gar nicht so schlecht, was die Hamburger da abliefern, wenn auch die Produktion noch nicht so ausgereift erscheint (naja, aber man will ja auch nicht so klingen):

Hier noch einmal zum Vergleich die Original-Curves, äh: Curve:

[via Coast is Clear]

Weggehtheorie (Hanske, Karamanic, Schumacher)

1 comment July 26th, 2007

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Wer dieses Wochenende in München weilt, sollte sich überlegen, ob er nicht einmal im Institut für Soziologie vorbeischauen will. Denn dort findet von Samstag, 28. bis Sonntag, 29. Juli im Rahmen der Sommeruni 2007 eine spannende popkulturtheoretische Veranstaltung statt: “talk about: popmuzic. Was macht die Popmusik mit uns?” Das Programm beginnt am Samstag, 10:00 mit einer Einführung von Paul-Philipp Hanske (Zündfunk, Spex) zum Thema “Die Theoretisierung von Pop und die Verpoppung von Theorie”. Am Nachmittag geht es dann um 14:00 weiter mit dem Vortrag “Was die Popmusik mit uns macht” von Filmemacher und Autor Markus Heidingsfelder (Autor, Filmemacher) und ab 22:00 schließt sich dann an die theoretischen Überlegungen eine praktische Evaluierung in der Favorit-Bar an.

Der Sonntag wird zu sehr verträglicher Stunde (11:30) mit einem Vortrag von Slobodan Karamanic (Prelom-Herausgeber) über “Ideological Struggle in Pop-Culture: Universal and Particular Aspects of a Phenomenon called Turbo-Folk” eröffnet, mittags (12:45) mit einem vielversprechend klingenden Vortrag von Katrin Triebswetter zum Thema “Babes in Boyland. Musikerinnen zwischen Selbstvermarktung und Identitätspolitik” fortgesetzt, bis die Sommeruni dann um 15:30 mit einem hochkarätig besetzten runden Tisch mit Eckhard Schumacher (Mitherausgeber der Anthologie “POP seit 1964“), Thomas Meinecke (Autor, DJ, Musiker) und Markus Heidingsfelder ihren Abschluss findet.

Apropos “findet”: Mich findet ihr auch auf dieser Veranstaltung, am Sonntag auf jeden Fall; ob ich es auch am Samstag schaffe, weiß ich noch nicht.

Vom Baum gefallen (The Concrete, Taken by Trees)

1 comment July 26th, 2007

taken.jpgGenau ein Jahr ist es her, dass die Sängerin der schwedischen Indieband The Concrete sich enttäuscht und frustiert von ihrer Band getrennt hat und sich unter dem Namen “Taken By Trees” auf das Abenteuer Solokarriere eingelassen hat. Nach ein paar vielversprechenden Demosongs ist jetzt endlich die Platte “Open Fields” fertig und wurde von Victoria Bergsman mit diesen Worten in die sommerliche Freiheit entlassen:

Here we are at the verge of summer, letting the soft air stroke our skin and the verdure caress our minds. I honestly couldn’t think of a more beautiful moment for finally setting Open Field free. It feels solemn and kind of bittersweet. I am now handing it over to you all to have and to hold.

Bittersüß klingt auch die Musik, die sich zwischen Country, Folk, durchorchestrierten Instrumentalnummern und Songwriterpop bewegt und vor allem durch die mit “Young Folks” von Peter Bjorn and John fast schon zum Allgemeingut gewordene, aber in der spärlichen, klaren Atmosphäre fast noch hinreißendere Stimme von Bergsman überzeugt. Besonders hervorzuheben ist auch der “Scandanavian way she pronounces Julia”, wie Mark bemerkt. Den schönsten Vergleich bring aber David Kastrup (spex), den Victoria an ein “verlassenes Reh auf einer Waldlichtung” erinnert.

Tracklist (vier der Song können hier vorgehört werden):

  1. “Tell Me”
  2. “Julia”
  3. “The Legend”
  4. “Sunshine Lady”
  5. “Lost and Found”
  6. “Open Field”
  7. “Hours Pass Like Centuries”
  8. “Too Young”
  9. “Only Yesterday”
  10. “Cedar Trees”

Hier noch das Video zur Single:


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