Cindeguerilla (Disney, Cinderella)
June 19th, 2007
Ich überlege gerade, ob man in diesen Gedanken nicht am besten mit einem “Es war einmal” einsteigen sollte. Denn es ist ja bereits eine ganze Weile her, da die kritische Intelligenzia sich von dem Gedanken mitreißen ließ, dass in der Popkultur eine gewaltige subversive Kraft steckt. War es nicht Walter Mekler, der in den 60ern davon schrieb, dass “der Name Rolling Stones genügte, um saubere, kurzhaarige und hochgeistige Leute auf die Barrikaden zu bringen und Steine auf die ungewaschenen, langhaarigen und schwachsinnigen ‘Stones’ zu werfen”? Wenn das nicht eine märchenhafte Subversion darstellt: die settled und hochgeistigen Vertreter der Kultur als Revolutionäre! Ein zu schöner Gedanke. Oder Andreas Neumeister, der diesen Gedanken in die Gegenwart transportierte und sich wünschte: “Im Idealfall ist Pop populär und subversiv zugleich ist”. Nun zur Sache. Was ist populärere Popkultur als Walt Disney? Und: gibt es zur Zeit ein heißeres kritisches Thema als die Diskussion um Urheberrecht oder Creative Commons im Internetzeitalter? Wenn man diese beiden Themen in einen Strang fest zusammenbindet, also Walt Disney und die Urheberrechtsdebatte, dann wäre das bester Pop im Sinne Meklers und Neumeisters. Eric Faden hat genau das in seinem Zehnminüter “A Fair(y) Use Tale” im Sinn gehabt. Das Ergebnis ist eine höchst kurzweilige Montage aus Disney-Zitaten, denen auf diese Weise ein völlig neuer, subversiver Sinn zugewiesen wird. Damit also Vorhang auf für Cinderella und Donald Duck in ihrer neuen Rolle als Guerillakämpfer für die Urheberrechtsbefreiung:



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